E-Mail-Electronic Mail (eng.); die elektronische Post (de.)
Als E-Mail bezeichnet man eine elektronisch übertragene, briefähnliche Nachricht. Es handelt sich um eine asynchrone Kommunikationsform, da diese zeitlich versetzt statt findet.
Die E-Mail ist heutzutage der wichtigste und meist genutzte Dienst im Internet.
Geschichte
Foto: Die Computer mit denen Ray Tomlinson die erste E-Mail verschickte
Als Erfinder der E-Mail gilt der amerikanische Ingenieur Ray Tomlinson. Im Jahre 1971 gelang es ihm die erste E-Mail zwischen zwei PDP-10 Rechnern zu verschicken. Die Rechner waren ausschließlich über das ARPANET miteinander verbunden, zu dem zu der Zeit lediglich 23 Computer zählten. An den Inhalt dieser E-Mail kann er sich jedoch nicht mehr erinnern:
„Probably the only true statements about that first email are that it was all upper case (shouted) and the content was insignificant and forgettable ( hence the amnesia ).” (Tomlinson 2003)
E-Mail heute
Die Zahl der heute weltweit, täglich versendeten E-Mails wird auf ca. 100 Milliarden geschätzt.
Führ das Jahr 2006 geht man von geschätzten 84 Milliarden E-Mails aus, die versendet wurden,2004 sollen es 22 Milliarden gewesen sein.
Jedoch muss man bedenken dass sich unter diesen vielen Milliarden Mails auch sehr viele Spam Mails befinden, welche einen Anteil von mindestens 50% ausmachen. Die rasante Steigung macht deutlich, dass sich die E-Mail als Kommunikationsmittel sehr schnell verbreitet.
Für die meisten Firmen sind E-Mails heut zu Tage fest in den Alltag integriert.
Aufbau einer E-Mail
Eine E-Mail besteht aus zwei Teilen, dem Kopf, der sogenannte Header und dem Inhalt. Mögliche Inhalte eines Headers:
* From: Der Absender
* To: Der Empfänger
* Date: Abendedatum und Uhrzeit
* Reply-To: Antwortadresse
* Subject: Betreff
* CC (Carbon Copy): Kohlepapier Durschlag, dieses bedeutet, dass jemand eine Kopie der E-Mail erhält und die anderen Emfänger dieses auch sehen können.
* BCC (Blind Carbon Copy): Blindkopie, dieses bedeutet, dass jemand eine Kopie der E-Mail erhält, dieses aber für die anderen Emfänger nicht erkennbar ist.
Der Inhalt der E-Mail wird als Body bezeichnet. Er ist durch eine Leerzeile vom Header getrennt.
Der Weg einer E-Mail vom Versender zum Empfänger

Abbildung: Der Weg einer E-Mail vom Sender zum Empfänger
Ein MTA (Mail Transfer Agent) wird von einem Client (UA) aufgefordert eine E-Mail zu verschicken. Dieses geschieht über das Protokoll SMTP (Simple Mail Transfer Protokoll). Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist der Mailserver selber das Ziel oder nicht.
Wenn der Mailserver selber das Ziel ist, speichert er die erreichte E-Mail in der Mailbox hab. Ist das Gegenteil der Fall, so wird der MTA die Mail an einen anderen MTA weiterleiten. Den richtigen MTA findet der MTA mit Hilfe eines Domain Name Server (DNS).Wenn die E-Mail bei dem richtigen MTA angekommen ist, wird dieser die Nachricht speichern.
Über ein Protokoll zum Abholen von E-Mails, beispielsweise POP3 oder IMAP können E-Mail Nachrichten aus der Mailbox auf den E-Mail Client des Empfängers herunter geladen werden.
Vorteile der E-Mail als Kommunikationsmittel
Selbstverständlich beinhalteten E-Mails viele Vorteile, sonst hätte es sich nicht zu einem führenden Kommunikationsmittel entwickelt.
- Schnelligkeit
Ein großer Vorteil ist, dass die Übermittlung sehr schnell erfolgt, normalerweise dauert dieses nur einige Sekunden oder in seltenen Fällen auch wenige Minuten - Kostengünstigkeit
E-Mails sind sehr kostengünstig, die Kosten lassen sich in der Regel nicht einzelnen E-Mails zuordnen, wie dieses bei Briefen der Fall ist. Ein weitere Pluspunkt ist das E-Mails, die ins Ausland geschickt werden keinen höheren Kostenfaktor darstellen als E-Mails innerhalb eines Landes. - Erreichbarkeit einer großen Masse
Mit E-Mails kann man auf schnellem Wege viele Menschen erreichen, da man diese an mehrere Empfänger gleichzeitig schicken kann.
Auch andere Dokumente und Dateien kann man auf diese Weise leicht an jemanden senden, da man diese in den Anhang einer E-Mail packen kann. - Weiterleitung
Wenn man abwesend ist und E-Mails daher nicht selber beantworten kann, hat man bei den meisten E-Mail Programmen die Möglichkeit, einzustellen, dass die E-Mails direkt an jemanden anders weitergeendet werden. - automatische Abwesenheitsnachricht
Wenn man abwesend ist, und E-Mails daher nicht beantworten kann, kann man in den meisten Mail Programmen einstellen, das jede eingegangene E-Mail eine automatische Abwesenheitsnachricht per Mail bekommt. - automatische Speicherung
Die Speicherung der E-Mail mittels Programmen zum Beispiel Microsoft Outlook oder Mozilla Thunderbird geschieht automatisch nach dem Abruf vom Server.
Nachteile der E-Mail als Kommunikationsmittel
- unüberschaubare Informationsflut durch Spam-Mails
Durch E-Mails entsteht häufig eine unüberschaubare Informationsflut, welche auch auf den hohen Anteil der Spam Mails zurückzuführen ist.
Es gibt zwar Spam Filter, die diese unerwünschten E-Mails aus dem eigenen Posteingang herausfiltern, jedoch können diese das Spam Problem nicht hundertprozentig verhindern. Spam Filter filtern oft nicht alle Spam Mails raus und teilweise sieht der Filter E-Mails als Spam an, die keine sind. - Gefahr durch Viren auf dem Computer
Durch das Durchsehen und Löschen von Spam Mails verliert man nicht nur Zeit, sondern es besteht auch die Gefahr, dass man sich Viren auf dem Computer einfängt, wenn man z.B E-Mail Anhänge öffnet, welche Viren enthalten. - mangelnde Sicherheit
Ein weiteres Problem betrifft den Faktor Sicherheit. Zum einen kann es relativ schnell passieren, dass man durch einen falschen Klick einen falschen Adressaten auswählt und die E-Mail an jemanden gesendet wird, für den die Mail nicht bestimmt war.Außerdem können E-Mails relativ leicht von unbefugten eingesehen werden.Personen mit Zugangsbereichtigung oder System Administratoren sind dazu in der Lage. Des Weiteren gaben 40% der US-Unternehmen mit mindestens 20.000 Mitarbeitern an, die E-Mails ihrer Angestellten mitzulesen. - nur schnelle Kommunikation wenn beide Kommunikationspartner ihre E-Mails regelmäßig abrufen
Außerdem muss man bedenken, dass der Empfänger die E-Mail nur erhält, wenn er diese auch abruft. Daher sollte man immer im Hinterkopf haben, dass nicht jeder täglich in seinen Posteingang schaut. - keine Wahrnehmung von Mimik, Gestik, Tonfall
Im Gegensatz zur persönlichen Kommunikation oder zur telefonischen Kommunikation ist es dem Verfasser nicht möglich den Inhalt seiner E-Mail durch Mimik, Gestik oder den Tonfall zu unterstreichen. Dies kann zu Missverständnissen führen, die bei einempersönlichen Gespräch aufgedeckt würden.
Bedeutung der E-Mail für den E-Commerce
Auch im E-Commerce kommt der E-Mail eine enorme Bedeutung zu, da die Kundenkommunikation zu einem großen Teil über den E-Mail Verkehr läuft.
Bei online Shops gibt man bei der Anmeldung seine E-Mail Adresse an. Dieses ist notwendig, denn so kann der Verkäufer den Kunden auf dem Laufenden halten.
Bei vielen online Shops wie amazon oder esprit bekommt der Kunde bei einer getätigten Bestellung grundsätzlich zwei automatisierte E-Mails zugeschickt. Nach Erhalt der Bestellung bekommt der Kunde eine Bestellbestätigung. Durch diese Mail bestätigt der Verkäufer den Erhalt der Bestellung und fasst zudem die wichtigsten Informationen der Bestellung wie Auftragsnummer, bestelle Artikel etc. in der E-Mail zusammen. Die zweite E-Mail erfolgt, nachdem der Artikel rausgeschickt wurde, so dass der Kunde weiß, wann er mit der Anlieferung der Waren rechnen kann.
Einige online Händler schicken auch nach dem Zahlungseingang eine automatisierte E-Mail an den Kunden.
Weiterhin ist die E-Mail ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel im E-Commerce, wenn es während eines Handelsgeschäftes zu Problemen kommt. So kann der Verkäufer den Kunden sofort informieren, wenn die Ware nicht lieferbar ist oder eine Zahlungserinnerung verschicken, wenn der Kunde das Geld zur vereinbarten Frist noch nicht überwiesen hat.
Der Kunde kann Fragen, Anregungen oder Beschwerden per E-Mail an den Verkäufer schicken.
Viele online Shop Betreiber nutzten zudem das E-Mail Marketing um bestehende Kunden zu binden und zum erneuten Einkauf zu bewegen. Ein typisches Beispiel für die Kundenbindung ist das Versenden von Newslettern per E-Mail. Neue Kunden sollen zum Beispiel durch das Verschicken von Gutscheincodes per Mail gewonnen werden.
E-Mails spielen sowohl bei der Kaufabwicklung als auch bei der Kundenbindung und Kundenneugewinnung eine sehr große Rolle und sind somit ein wichtiger Bestandteil des E-Commerce .
Quellen:
Siegert, P., (2008): Die Geschichte der E-Mail, Erfolg und Krise eines Massenmediums, 1.Auflage, Bielefeld.
Kruse P., Lux H. (Hrsg.) (2002): E-Mail Management, Professionelle Kundenkommunikation in Unternehmen und Service Centern, 1.Auflage,Wiesbaden.
Ziegler, A., Dürscheid C. (Hrsg.) (2002): Kommunikationsform E-Mail, 1.Auflage, Tübingen.
http://www.rhetorik.ch/EKommunikation/EKommunikation.html
http://www.kubieziel.de/computer/email.html
http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.teialehrbuch.de/Kostenlose-Kurse/Perl-und-CGI/pics/LE9_Email.jpg&imgrefurl=http://www.teialehrbuch.de/Kostenlose-Kurse/Perl-und-CGI/10950-Die-Internet-Protokolle-SMTP-POP3-und-IMAP.html&usg=__nI7YQ5c91k6QILFJHE_w67xtayg=&h=369&w=425&sz=27&hl=de&start=2&tbnid=STFd7QMy0T7H0M:&tbnh=109&tbnw=126&prev=/images%3Fq%3De-mail%2B%25C3%25BCbertragung%26gbv%3D2%26hl%3Dde%26sa%3DG