Kreditkarte
Eine Kreditkarte ist eine der Möglichkeiten der bargeldlosen Zahlung.
Dabei ist im Internet die Kreditkarte die älteste und meist verbreitete Form.
Auch im Vergleich zum digitalen Bargeld, auch E-Gold genannt, werden hierbei keine virtuellen Zahlungsmittel, sondern lediglich Zahlungsinformationen übertragen.
Obwohl Kreditkarten „Kreditkarten“ heißen, sind sie in Deutschland überwiegend keine wirklichen Kreditkarten, da der Benutzer meistens die Beträge spätestens monatlich komplett bezahlt.
Arten:
Credit-Cards (Karten mit Kreditfunktion):
Monatlich erhält der Benutzer eine Abrechnung mit den angefallenen Kartenumsätzen. Der Benutzer kann dann wählen, ob er den Betrag sofort ganz oder in Raten bezahlt. Die Modalitäten der Ratenzahlung sind individuell zu verhandeln.
Charge-Cards (der in Deutschland meist verbreitete Typ):
Die monatliche Abrechnung wird direkt komplett per Lastschriftverfahren vom Konto des Benutzers abgebucht. Dadurch hat der Benutzer nur eine beschränkte Kreditfunktion seiner Karte.
Debit-Cards:
Die Kartenumsätze werden sofort oder mit nur wenigen Tagen Verzögerung vom Konto des Benutzers abgebucht, wie bei einer EC-Karte.
Verfahren:
Das Zahlungsverhältnis bei einer Kreditkarte ist ein Dreiecksverhältnis zwischen Kreditkartenunternehmen, Kunden bzw. Karteninhaber und Verkäufer bzw. Kartenakzeptant.
Entsprechend gibt es zwischen den drei Beteiligten auch drei verschiedene Abkommen:
Karteninhaber und Kreditkartenunternehmen schließen einen Vertrag über das Deckungsverhältnis. Das Kreditkartenunternehmen erklärt sich bereit, die Zahlungsverbindlichkeiten aus der Kartennutzung über ein Zwischenkonto zu begleichen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Karteninhaber, dass er dem Kreditkartenunternehmen die entstehenden Verbindlichkeiten zu den vereinbarten Modalitäten zurück erstattet.
Der Karteninhaber und der Kartenakzeptant schließen einen schuldrechtlichen Vertrag, zum Beispiel einen Kauf- oder Dienstvertrag im Rahmen eines Valutaverhältnisses.
Der Kartenakzeptant und das Kreditkartenunternehmen beschließen ein Vollzugs- bzw. Leistungsverhältnis, welches das Kreditkartenunternehmen dazu verpflichtet alle vom Akzeptanten eingereichten Belastungsbelege zu bezahlen. Der Akzeptant verpflichtet sich dafür, die Kreditkarte des Kreditkartenunternehmens zu akzeptieren.
Gebühren:
Für den Kartennutzer fällt nur eine jährliche Nutzungsgebühr an, die er dem Kreditkartenunternehmen zahlen muss.
Der Kartenakzeptant muss dem Kreditkartenunternehmen eine Beteiligung des Umsatzes der Kartennutzung abtreten, in der Regel drei bis fünf Prozent, ein so genanntes „Disagio“.
Jedoch hat der Akzeptant durch die Kreditkartenzahlung mit dem Kreditkartenunternehmen einen sicheren Schuldner und den Effekt, für einen breiteren Kundenstamm interessant zu werden.
Bedeutung für den E-Commerce:
Der Kunde hat bei Kreditkartenkäufen ein direktes Zahlungsverhältnis mit dem Kreditkartenunternehmen anstelle seiner Bank. Da die meisten Kreditkartenunternehmen international in vielen Ländern tätig und dadurch dort vertreten sind, sind Käufe in ausländischen Geschäften beziehungsweise Online-Shops genauso leicht abzuwickeln wie im Inland. Dadurch können Käufe weltweit unabhängig vom Land, solange das Kreditkartenunternehmen vom Verkäufer akzeptiert wird, absolut gleich durchgeführt werden.
Für den E-Commerce bedeutet dies, dass es für die Online-Shops nicht drauf ankommt, aus welchem Land der Käufer kommt, solange die Zahlungsmöglichkeit Kreditkarte benutzt wird. Dadurch kann eine viel breitere Käuferschaft angesprochen werden. Des Weiteren stellt aus diesem Grunde die Kreditkarte bei Händlern aus dem Ausland meist das einzig in Frage kommende Zahlungsmittel dar.
Der renommierte und umfangreiche Pago-Report aus dem Jahre 2008 über das Zahlverhalten im E-Commerce zeigt auch die signifikante Bedeutung des Zahlungsmittels Kreditkarte.
Laut Studie werden über 84% der europaweiten Zahlungen im E-Commerce per Kreditkarte betätigt.
http://www.ecommerce-report.de/zahlverhalten.html
Und auch im Kreditkarten zurückhaltenden Deutschland werden laut einer BITKOM/forsa-Studie mittlerweile immerhin 20% der Interneteinkäufe mit Kreditkarte bezahlt – Tendenz steigend.

http://www.bitkom.org/de/presse/30739_48296.aspx
Überdies gibt es mittlerweile auch virtuelle Kreditkarten. Hierbei wird auf die physische Präsenz einer Plastikkarte gänzlich verzichtet. Der Kunde besitzt lediglich nur noch die für Onlinekauf nötigen Kartendaten bestehend aus Kreditkartennummer, Gültigkeit und Sicherheitsprüfnummer.
Quellen
Internet
http://www.kreditkarte-online.com/Kreditkarten-Ratgeber/kreditkarte-zahlungsverkehr.html
http://www.bafoeg-aktuell.de/cms/geld/kreditkarte/bedeutung-der-kreditkarte.html
http://www.bitkom.org/de/presse/30739_48296.aspx
http://www.computerwoche.de/knowledge_center/mittelstands_it/1874025
http://www.ecommerce-report.de/report.html
http://www.openpr.de/news/228560/Zahlarten-Dominanz-der-Elektronischen-Lastschrift-vor-dem-Ende.html
de.wikipedia.org/wiki/Kreditkarte
Bücher
Schreiber, G. A.: "Electronic Commerce - Business in digitalen Medien", Neuwied Kriftel 1998
Veit, S.: "Kreditkarten und Plastikgeld", Reinbek bei Hamburg 1997