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Elektronische Beschaffung  

Definition: 

In der Literatur gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen für den Begriff „Elektronische Beschaffung „. Die einfachste und oft genannte Definition lautet wie folgt:  

„Unter elektronischer Beschaffung, auch E-Procurement genannt, versteht man die Beschaffung von Gütern oder Dienstleistungen über das Internet.“ [1] 

Bevor auf den Begriff „Elektronische Beschaffung“ näher eingegangen wird, ist es erforderlich, zu nächst den oben genanten Begriff vom „E-Business“ und „E-Commerce“ abzugrenzen.  

Das Unternehmen zwischen e-Procurement und e-Commerce

Abbildung 1: Das Unternehmen zwischen e-Procurement und e-Commerce[2] 

Mit E-Business meint man die elektronische Unterstützung aller Geschäftsprozesse eines Unternehmens, die über Kommunikationsmedien abgewickelt werden.[3] E-Business ist also als Oberbegriff für den elektronischen Einkauf und Absatz zu verstehen. Anders gesagt: E-Business umfasst alle geschäftlichen Transaktionen im Internet. Siehe Abbildung 1  

E-Commerce ist ein Teilbereich des E-Business und wird allgemein als ein elektronischer Distributionsweg verstanden[4]. E-Commerce findet hauptsächlich auf der Verkaufsseite (sell-side) statt. Wie aus der Grafik zu entnehmen ist, sind Vereinbarungen und Transaktionsgeschäfte wichtige Schwerpunkte des Teilbereiches. 

Wie am Anfang des Textes bereits erwähnt wurde, handelt es sich bei der Elektronischen Beschaffung (E-Procurement) um Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen und Lieferanten über das Internet. Dies findet auf der Einkaufsseite (buy-side) statt. Elektronische Beschaffung (E-Procurement) ist ebenfalls ein Teilbereich des E-Business. 

 Möglichkeiten der Elektronischen Beschaffung 

Bei der Elektronischen Beschaffung unterscheidet man zwischen geschlossenen und offenen Systemen. Das heißt die Beschaffung kann entweder über geschlossene Computernetze zwischen einem Unternehmen und seinem Lieferant (Extranet) oder über offene Computernetze (Internet) stattfinden.[5] Transaktionsgeschäfte über offene Computernetze sind eher für den Bereich E-Commerce typisch. Siehe Abbildung 1   

Auf der „Sell-side-Ebene“ hat der Lieferant die Möglichkeit ein so genanntes Anbieter-Portal zu errichten, das einen Überblick über das gesamte Angebot des Lieferanten verschafft.  Der Käufer übernimmt hier die aktive Rolle, indem er beim Angebotsvergleich alle der für ihn infrage kommenden Lieferantenwebseiten besucht, um Preise, die Qualität und Einkaufsbedingungen zu vergleichen. 

Das Gegenstück zum Anbieter-Portal ist das Nachfrage-Portal (buy-side). Hier hat der Kunde die Möglichkeit seinen Bedarf ins Netz zu stellen. Dieses Mal übernimmt der Lieferant die aktive Rolle indem er sich über Details informiert und entsprechend Angebote abgibt. [6]   

Nutzenpotenziale der elektronischen Beschaffung 

Unternehmen, die sich für die elektronische Beschaffung entscheiden, verfolgen meistens ökonomische Ziele, wie Kosten- und Zeitersparnisse aber auch die Verbesserung der Beschaffungsqualität.[7]  Hierzu einige Beispiele:

·        Beschleunigte Bestellabwicklung

·        Senkung der Papier- und Portkosten

·        Senkung der Personalkosten

·        Senkung der Lagerkosten

·        Senkung der Zahlungsabwicklungskosten

·        Erhöhung der Termingenauigkeit

·        Reduzierung von Erfassungsfehlern

·        Verbessertes Beschaffungsmarketing 

Ausblick

Bei Großunternehmen ist es heute selbstverständlich, dass „e-Werkzeuge“ wie E-Procurement und E-Commerce zum Einsatz kommen.  Der Nachholbedarf bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen hingegen ist groß. Das Wachstumspotenzial hinsichtlich der elektronischen Beschaffung ist somit bei den oben genanten Unternehmensgrößen enorm, wodurch auch das Interesse der Anbieter für E-Procurement-Lösungen an mittelgroßen Unternehmen stetig steigt.      ^