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Zentralbank (dt.) - Central Bank (engl.)

 

1. Geschichte

2. Zentralbank heute

3. Aufgaben

4. Ziele

5. Einfluss der Zentralbanken auf den Geld- und Kapitalmarkt

6. Zentalbanken

7. Quellen


1. Geschichte [6]

Die Zentralbanken entstanden aus den „Zettelbanken“. Diese waren privatrechtlich organisierte Banken, die die Edelmetalle ihrer Kunden aufbewahrten. Für die eingelagerten Edelmetalle erhielten die Kunden Depotscheine. Diese berechtigten den Inhaber des Depotscheines einen Anteil am, bei der Bank, eingelagerten Edelmetall.

Allmählich fanden die Depotscheine als Zahlungsmittel Verwendung. Da diese Depotscheine (Banknoten) in einem mehr oder minder starken Zusammenhang mit der eingelagerten Edelmetallmenge standen, kam es im 18.Jahrhundert und Anfang des 19.Jahrhundert häufiger zu Banknoteninflationen.

Geld[1]

1844 führte die Banknoteninflation in England zum ersten Notenbankgesetz (Peelsche Bankakte). Diese baute auf der Currencytheorie auf. Die Peel´sche Bankakte besagte „dass der Umlauf der Banknoten nicht über den Eigenbestand an Edelmetallen (vor allem Gold) bis auf einen kleinen Betrag hinaus gehen dürfe“ (http://www.finanz-lexikon.de/peelsche%20bankakte_4379.html).

Außerdem sollte die Peel´sche Bankakte das Recht auf die Banknotenausgabe beschränken und auf eine Bank zentralisieren. Dadurch wurde eine Entwicklung eingeleitet, die die Zentralbanken zu den bedeutendsten geld- und währungspolitischen Instanzen machte.

1939 wurde die Peel´sche Bankakte wieder aufgehoben. Derzeit funktioniert das Geldsystem in der EU und Nordamerika nach einem Modell der Banking-Theorie.[1][4]

2. Zentralbank heute [6]

Die Zentralbank wird auch als Zentralnotenbank oder Notenbank bezeichnet. Sie ist ein Kreditinstitut, das die Währungspolitik eines Landes oder einer Währungsgemeinschaft trägt. Hierbei sind die Zentralbanken national oder international tätig. Zentralbanken können hierbei vom Staat beeinflusst werden oder unabhängig Entscheidungen treffen.

Des Weiteren trägt die Zentralbank die Verantwortung für die gesamte Geld- und Kreditpolitik. Die Zentralbank hat das Recht zur Notenausgabe (Notenausgabemonopol). Wodurch diese eine unbegrenzte Liquidität im Währungsraum hat. Dadurch wird die Zentralbank „...zur letzten Liquiditätsquelle aller Banken“(Der Bankbetrieb 2000, S.122).

3. Aufgaben [6]

Die Aufgaben der Zentralbank sind:

  • Versorgung der Wirtschaft mit Zahlungsmitteln

  • Erleichterung der Abwicklung des Zahlungsverkehrs

  • Regulierung des Geldvolumens entsprechend den Bedürfnissen der Wirtschaft

  • Sicherung der Stabilität des inneren und äußeren Wertes der Währung

  • Ausgleich der Zahlungsbilanz

  • Verwahrung der Währungsreserven

  • Letzte Refinanzierungsquelle der Kreditinstitute („Bank der Banken“)

  • Vertretung eines Landes bei internationalen Währungsinstituten

Desweiteren fungieren Zentralbanken als „Hausbank“ des Staates oder Währungsgebietes und sind in die Bankenaufsicht mit einbezogen.

4. Ziele 

Hauptziel der Zentralbanken ist die Preisstabilität. Bei diesem Ziel wird durch den Einsatz unterschiedlicher Mittel eine Inflation oder Deflation des Geldes vermieden. Dieses Ziel wird bei den Zentralbanken durch einen Prozentsatz definiert. Die Nebenziele einer Zentralbank sind von den jeweiligen Währungsräumen definiert. [6]

Bei der Europäischen Zentralbank gilt eine Preisstabilität unter einer Inflationsrate von 2%. Als Nebenziel gilt:„„Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das ESZB die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Gemeinschaft, um zur Verwirklichung der in Artikel 2 festgelegten Ziele der Gemeinschaft beizutragen.“ (Artikel 105 Absatz 1 des EG-Vertrags) Die Ziele der Union (Artikel 2 des Vertrags über die Europäische Union) sind ein hohes Beschäftigungsniveau und ein beständiges, nichtinflationäres Wachstum.“ (http://www.ecb.int/ecb/orga/tasks/html/index.de.html) [2]

[2]

5. Einfluss  der Zentralbanken auf den Geld- und Kapitalmarkt [3]

Durch die Rechte und Aufgaben der Zentralban ken ist es diesen möglich, Einfluss auf den Geld- und Kapitalmarkt zu nehmen. Hierbei kann diese dem Markt Geld oder Kapital entziehen oder zuführen. Dadurch wird der Zins beeinflusst. Hierfür stehen den Zentralbanken unterschiedliche Instrumente zur Verfügung.

Das Offenmarktgeschäft

Beim Offenmarktgeschäft handelt die Zentralbank mit festverzinsten Wertpapieren. Um dem Markt Geld zu entziehen bietet die Zentralbank den Geschäftsbanken Wertpapiere zum Kauf an. Um Geld aus dem Markt zu ziehen, kaufen die Zentralbanken Wertpapiere von den Geschäftsbanken. Die Laufzeiten der Wertpapiere variieren hierbei zwischen einer Woche und einem Jahr.

Ein weiteres Instrument des Offenmarktgeschäftes sind die ständigen Fazilitäten. Hierbei handelt es sich um Kreditlinien die den Kreditinstituten des Währungsraumes von den Zentralbanken angeboten werden. Diese lassen sich in Spitzenrefinanzierungsfazilität und Einlagefazilität unterscheiden.

Bei der Spitzenrefinanzierungsfazilität wird den Kreditinstituten eine Kreditmöglichkeit angeboten. Das Kreditinstitut kann sich hierbei Übernacht Liquidität von der Zentralbank leihen. Hierfür muss das Kreditinstitut refinanzierungsfähige Sicherheiten bei der Zentralbank hinterlegen. Der Zinssatz zu dem der Kredit vergeben wird, wird von der Zentralbank festgelegt.

Die Einlagenfaszilität ist die Möglichkeit der Kreditinstitute Liquidität bei der Zentralbank Anzulegen. Hierbei wird die Liquidität bis zum Beginn des nächsten Geschäftstages zu einem Zinssatz bei der Zentralbank angelegt. Hierdurch lassen sich die Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt beeinflussen.[5]

Die Mindestreservepflicht

Die Mindestreservepflicht ist die Menge des Zentralbankguthabens, die die Banken bei der Zentralbank halten müssen. Dieser wird über einen Prozentsatz von der Zentralbank vorgegeben. Die Mindestreserve errechnet sich aus den reservepflichtigen Bilanzpositionen einer Bank. Die sich hieraus ergebene Geldmenge ist als täglicher Durchschnitt als Guthaben bei der Zentralbank zu halten. Dies hat zur Folge dass den Banken weniger Geld für Kreditgeschäft zur Verfügung steht und somit weniger Giralgeld geschöpft werden kann. Desweiteren wird durch die Mindesteinlage das vom Bankensystem geschaffene Giralgeld an die Zentralbankgeldmenge gebunden. Dies dient zur Stabilisierung der Marktzinsen.[5]


6. Zentralbanken

Beispiele für nationale und internationale Zentralbanken:

Europa Europäische Zentralbank (international)

Deutschland Deutsche Bundesbank (national)

Griechenland Bank von Griechenland (national)

Irland Central Bank and Financial Services Authority of Ireland (national)

Italien Banca d'Italia (national)

Vereinigtes Königreich Bank of England (national)

Frankreich Banque de France (national)

und weitere...


Japan Bank of Japan (national)

Kuba Banco Central de Cuba (national)

Vereinigte Staaten Federal Reserve System (national)

China Chinesische Volksbank (national)

Hong Kong Hong Kong Monetary Authority (national)

Weitere Zentralbanken http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Zentralbanken



7. Quellen:

[1]http://www.finanz-lexikon.de/peelsche%20bankakte_4379.html (Zugriff am 20.05.11 um 17:23Uhr)

[2]http://www.ecb.int/ecb/orga/tasks/html/index.de.html (Zugriff am 20.05.11 um 19:05Uhr)

[3]http://www.bundesbank.de/bildung/bildung_glossar_m.php (Zugriff am 23.05.11 um 11:35Uhr)

Die Zeit: Das Lexikon in 20 Bänden, 2005   

[4]Band 01 S. 578 (Bankakte)                                                   

[5]Band 04 S. 462 (Fazilität)

[6]Band 10 S. 265-266 (Notenbank)

[7]K. F. Hagenmüller, G. Diepen, R. Adrian, T. Heidorn, Der Bankbetrieb: Das praxisorientierte Lehrbuch für Schule, Studium und Beruf. Lehrbuch und Aufgaben, 15. Auflage,

 

 

Bilder:

[1]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4e/1923_gdansk_10mln.JPG         [2]http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d0/European_central_bank_euro_frankfurt_germany.jpg