M- Payment

Was versteht man unter M- Payment?

M- Payment steht für Mobile Payment und beschreibt einen Zahlungsvorgang, bei dem einer der Zahlungspflichtigen für den Zahlungsprozess ein „elektronisches Kommunikationsmittel für die Initiierung, Autorisierung oder Realisierung1“ des Zahlungsvorganges einsetzt. Ein elektronisches Kommunikationsmittel kann in diesem Fall ein Mobiltelefon, umgangssprachlich auch Handy genannt, ein Notebook oder ein Personal Digital Assistant (PDA) sein.

Im weiteren Verlauf werde ich mich allerdings in erster Linie auf den Einsatz des Handys in Bezug auf diese Technologie beziehen.

Nutzungsbereiche des Mobile Payments:

  • Überweisungen zwischen Privatpersonen (z.B. kleinere Beträge zwischen Freunden)
  • Stationärer Handel (z.B. Supermarkt, Taxiservice, Lieferservice)
  • Virtuelle Produkte (z.B. Musik-Downloads, Aufladen von Prepaid-Guthaben, Download von Klingeltönen, Handy-Logos, Muster-Dokumente)
  • Parktickets
  • Fahr- und Bahnkarten im öffentlichen Nahverkehr und der Bahn

Mobile Payment – So geht’s

Wie ein Bezahlvorgang mit einem Handy ablaufen kann zeige ich anhand des Mobile Payment Unternehmens Luupay:

Zuerst ist eine Registrierung notwenig. Bei Luupay ist die Registrierung kostenlos und auch das Einrichten des Benutzerkontos ist ohne zusätzlichen Kostenaufwand möglich. Nachdem die Registrierung erfolgt ist, folgt die Aktivierung, welche in diesem Fall in keiner Weise vom Handy oder vom Mobilfunkanbieter abhängig ist.

Von diesem Moment an kann der Nutzer diesen soeben aktivierten Dienst weltweit nutzen. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten, außer natürlich die im Mobilfunkvertrag vereinbarten SMS- Kosten.

Sobald Registrierung und Aktivierung abgeschlossen sind, kann der Nutzer, wenn er im Internet in einem Shop etwas bestellen möchte, bei den Zahlungsbedingungen, Mobile Payment bzw. Luupay anklicken, vorausgesetzt der Shop hat ebenfalls einen Vertrag mit diesem Mobile Payment- Unternehmen.

  • der Nutzer wird aufgefordert seinen Benutzernamen und eine PIN Nummer einzugeben
  • an die Handynummer wird ein Code mittels einer SMS versendet
  • diesen Code muss der Nutzer eingeben: im Hintergrund läuft eine Prüfung, ob die Handynummer und der eingegebene Code auch zusammenpassen, also ob auch kein Betrug vorliegt
  • System gibt sein „okay“
  • Vorgang ist abgeschlossen

Beispiel Shopeinkauf Luupay

Abbildung 1: Zahlungsvorgang im Shop mit Mobile Payment am Beispiel von Luupay 2

Dies ist nur ein Beispiel, wie ein Zahlungsvorgang mit dem Mobile Payment erfolgen kann. Weitere Informationen über das Angebot von Luupay erhält man auf der Website des Unternehmens im Internet. Die Vorgänge können in ihrem Ablauf variieren. Es ist auch möglich, dass der Nutzer aufgefordert wird, seine Handynummer anstatt eines Benutzernamens und einer PIN einzugeben. In diesem Fall wird dann an diese ein Code per SMS versendet, welcher dann noch einmal mit der Handynummer zusammen eingegeben werden muss.

Die Zahlung bzw. Abrechnung kann je nach Anbieter und nach Wunsch variieren, möglich sind:

  • die Zahlung über die Handyrechnung bzw. Prepaid- Guthaben
  • per Lastschrift
  • Kreditkarteneinzug
  • Banküberweisung
  • Einrichten eines separaten Guthabenkontos auf dem Handy ( z.B Crandy)
  • Anrufen einer kostenpflichtigen Telefonnummer
  • Abrechnung über die Festnetzrechnung (bei einem Festnetzanschluss der Deutschen Telekom)

Mobile Payment am Beispiel des Unternehmens Crandy

Bei Crandy handelt es sich um ein guthabenbasiertes Prepaid- System, welches separat von dem „normalen“ Prepaid System für das Handy betrachtet werden muss. Es wird ein Benutzerkonto eingerichtet, auf welches ein Guthaben geladen wird. Dieses Guthaben wird z.B. per Lastschrift, Guthaben- Voucher, Banküberweisung etc. auf das Konto geladen, dabei ist die Kontonummer gleich der Handynummer.

Mit diesem Guthaben kann dann z.B. an Getränke- und Snackautomaten, Parkautomaten oder auch im Internet gezahlt werden. Es kann aber hier auch wieder Geld an andere Nutzer überwiesen werden.

Das Zahlen der Parkgebühr durch das Mobile Payment ist heute bereits in einigen Städten möglich, unter anderem in Köln. Ein solcher Vorgang läuft bei Crandy folgendermaßen ab:

  • Senden einer SMS an eine spezielle Nummer mit der Parkzonennummer, dem Autokennzeichen und dem Centbetrag für die gewünschte Parkdauer
  • Zusendung des virtuellen Parktickets erfolgt ebenfalls mittels einer SMS
Beispiel Parkgebühr
  • die Parkgebühr wird dem Benutzerkonto zu Lasten gelegt
  • die Kontrolle der Gültigkeit erfolgt unter anderem über ein Notebook
Sicherheitsaspekt

Betrachtet man den Sicherheitsaspekt beim Mobile Payment, liegt der größte Vorteil eindeutig in der geringeren Verbreitung der privaten Bankdaten. Da bei dieser Zahlungsart die Bankdaten bei einem Mobile Payment Unternehmen hinterlegt werden und der Nutzer bei einem Zahlungsvorgang nur seine Handynummer und eine PIN angibt, erhalten Dritte keinen Einblick in die Bankdaten.

Des Weiteren kann es von einer höheren Seriosität zeugen, wenn als Zahlungsart das Mobile Payment Verfahren gewählt wird. Das lässt sich wie folgt begründen: wenn es sich um einen Internet- Shop handelt, ist sowohl der Händler, als auch der Nutzer bei dem Mobile Payment Unternehmen registriert. Das schafft bei dem Kunden Vertrauen, da sich der Händler ebenfalls registriert hat.

Außerdem muss bei einem Diebstahl oder Verlust des Handys nicht sofort das Konto des Eigentümers gesperrt werden. Ohne die Eingabe einer PIN erfolgt in der Regel kein Zahlungsvorgang. In einem solchen Fall ist es nur erforderlich das Konto bei dem jeweiligen Mobile Payment Anbieter sperren zu lassen.

Trend des Mobile- Payment

Es gab bereits von verschiedenen Unternehmen einige Versuche, das Mobile Payment in Deutschland als Zahlungsmethode zu etablieren, doch bisher ist es keinem dieser Unternehmen wirklich gelungen. Zu den Unternehmen gehören unter anderem Simpay und Paybox.

Eine Umfrage, welche im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums von der Universität Augsburg durchgeführt wurde, brachte ein interessantes Ergebnis hervor. Laut dieser Umfrage würden ca. 50 Prozent der Bundesbürger das Handy gerne als Zahlungsmittel für das Mobile Payment nutzen, wenn es denn in den gewünschten Bereichen flächendeckend zur Verfügung stände.

Dies bezieht sich laut dem Leiter der Arbeitsgruppe Herrn Dr. Key Pousttchi („Leiter der Arbeitsgruppe Mobile Commerce am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engeneering der Universität Augsburg3“) vorrangig auf das Bezahlen von Tickets am Parkautomaten, ebenso wie das Beziehen von Fahr- und Bahnkarten im öffentlichen Nahverkehr und der Bahn.

 

Die Entwicklungen auf dem Gebiet des Mobile Payments dauern weiterhin an. Im Wesentlichen geht es darum, die bestehenden Systeme zu verbessern und zu erweitern.


[1]

Vgl.http://www.mobile-payments.de/?CAT=6&page=2&keywords=Mobile+

Payments+und+Mobile+Business, Zugegriffen am 07.11.08 17.58 Uhr

[2]

Abgewandelt von: Copyright by:

https://www.luupay.de/Home/User/De/Help/userguide/shop.aspx, Zugegriffen am 15.11.2008 um 13.56 Uhr

[3]

Vgl. http://www.wi2.info/de/mitarbeiter/dr.-key-pousttchi.html, Zugegriffen am 08.11.08 um 09.41


Quellen

  1. http://www.mobile-payments.de, Zugegriffen am 07.11.08
  2. M-Commerce und M-Payment, Mobile Bezahlung und Authentisierung: http://www.validome.org/lang/ge/html/m-payment,Zugegriffen am 07.11.2008
  3. M-Payment: Das Jahr 2008 wird den deutschen Markt verändern: http://idw-online.de:8008/pages/de/news242248, Zugegriffen am 07.11.2008
  4. Mobile Payment – die Möglichkeit, mit dem Handy zu bezahlen, findet mehr Akzeptanz:
    http://www.commercemanager.de/magazin/artikel_1650_mobile_payment.html, Zugegriffen am 07.11.2008
  5. http://www.crandy.com, Zugegriffen am 15.11.2008
  6. http://www.luupay.de, Zugegriffen am 15.11.2008
  7. http://www.wi2.info/de/mitarbeiter/dr.-key-pousttchi.html, Zugegriffen am 08.11.2008
  8. Abgewandelt von: Copyright by: https://www.luupay.de/Home/User/De/Help/userguide/shop.aspx, Zugegriffen am 15.11.2008 um 13.56 Uhr
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