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Was sind Güter?

 

In der Volkswirtschaftslehre werden Güter als Mittel der Bedürfnisbefriedigung angesehen. Auf dem Gütermarkt wird mit diesen Gütern, aber auch Dienstleistungen gehandelt. Durch das Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage entsteht auf dem Markt ein Güterpreis, der sowohl von der Produktion, als auch vom Gewinnstreben der Marktteilnehmer abhängig ist. (vgl. Baßeler, S124f.)    

 

Güter kann man auf verschiedene Arten unterscheiden.

Güter

 

 

Es wird zwischen freien und wirtschaftlichen Gütern unterschieden. Als freie Güter  werden Mittel bezeichnet, die in  so großen Mengen zur Verfügung stehen, dass keine „wirtschaftliche Betätigung“ nötig ist, um die Bedürfnisse nach ihnen zu befriedigen (z.B. Luft). Ob ein Gut frei ist, kann jedoch im Laufe der Zeit variieren. Es ist z.B. möglich, dass das Bedürfnis nach frischer Luft in Zukunft so sehr ansteigen wird, dass diese durch Filteranlagen gereinigt werden muss.

Bei wirtschaftlichen (knappen) Gütern hingehen übersteigt die Nachfrage das Angebot. Das kann an der Knappheit des Gutes liegen, aber auch an einem hohen wirtschaftlichen Aufwand, der zur Gewinnung benötigt wird. Ob es sich um ein freies oder ein knappes Gut handelt, liegt nicht nur am Gut selbst, auch die Rahmenbedingungen sind von hoher Relevanz.

Produktionsgüter (Investitionsgüter) werden zur Herstellung von neuen Gütern verwendet. Anders bei den Konsumgütern, diese werden direkt der Bedürfnisbefriedigung zugeordnet.  Nur einmal verwendbare Güter werden Verbrauchsgüter, mehrmals zu benutzende Güter Gebrauchsgüter genannt. 

Bei den Konsumgütern wird ebenfalls zwischen Verbrauchs- und Gebrauchsgütern unterschieden, jedoch kann man Verbrauchsgüter nur einmal „verbrauchen“. Sie werden zur direkten Bedürfnisbefriedigung verwendet. Verbrauchsgüter sind nicht nur im privaten Bereich, sondern auch im gewerblichen Bereich zu finden.

Gebrauchsgüter, die ein Teil der Konsumgüter darstellen, sind zum mehrmaligen Gebrauch geeignet und häufig länger als ein Jahr nutzbar. Es wird zwischen kurz- und langlebigen Gebrauchsgütern unterschieden, wobei kurzfristige Gebrauchsgüter in der Regel häufiger gekauft werden aufgrund des geringeren Wertes und der kürzeren Lebensdauer.

Konsumgüter teilen sich wie folgt auf:

-       Verbrauchsgut: z.B. Nahrung, Genussmittel 

-       Gebrauchsgut: z.B. Kleidung, Haushaltsgeräte 

Auch die Produktionsgüter lassen sich in Verbrauchs- und Gebrauchsgut aufteilen:

-       Verbrauchsgut: z.B. Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe

-       Gebrauchsgut: z.B. Maschinen, Werkzeuge

 

Inferiore und superiore Güter


Bei einer Erhöhung der Einkommen kommt es bei den inferioren Gütern zu einem Rückgang der Nachfrage. Hierbei handelt es sich um ein Gut minderwertiger Qualität, welches häufig bei steigendem Einkommen durch ein superiores Gut substituiert wird. Kartoffeln werden oft bei einem höheren Einkommen weniger verzehrt – inferiores Gut. Es wird mehr auf hochwertiges Gemüse oder Fleisch zurückgegriffen. Vorstellbar wären auch Dosenravioli aus dem Supermarkt anstelle der Ravioli aus dem Restaurant.

Die superioren Güter (normale) werden im Gegensatz dazu bei höheren Einkommen öfter nachgefragt. Es handelt sich um Güter mit hochwertiger Qualität wie z.B. Champagner. Je höher das Einkommen desto größer der Verbrauch von superioren Gütern. Bei einer Einkommensminderung wird die Nachfrage nach diesem Gut wieder gemindert, man spricht bei diesen Gütern von Luxusgütern.  (vgl. Roth, S. 60 ff.)


Substituierbare und komplementäre Güter


Als substituierbare Güter bezeichnet man Güter, bei denen die Nachfrage nach dem Gut steigt, wenn auch der Preis eines zweiten Gutes steigt. Man misst den Grad der möglichen Substituierbarkeit mit der Kreuzpreiselastizität . Diese  Elastizität gibt an, um wie viel % sich der Preis des ersten Gutes ändert, wenn man den Preis des zweiten Gutes um 1% steigert. 

Komplemente bezeichnet komplementäre Güter, die voneinander abhängig und aneinander gekoppelt sind (z.B. Auto und Reifen). Wenn der Preis eines dritten Gutes steigt, fällt die Nachfrage nach dem ersten Gut.  Die Kreuzpreiselastizität fällt negativ aus. (vgl. Baßeler, S. 137 ff.)


Private und öffentliche Güter


Desweiteren wird zwischen privaten Gütern, den Gütern, die von Haushalten und Unternehmungen erzeugt werden, und den öffentlichen Güter unterschieden. Bei den öffentlichen Gütern handelt es sich um Güter die vom Staat, also z.B. Bund, Ländern oder Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Diese Güter, bei denen es sich z.B. um äußere Sicherheit, Rechtspflege oder Bildungsangebote handelt, werden vom Staat mit Hilfe von Arbeitskraft (Arbeiter, Angestellte, Beamten), Kapitalgütern (Gebäude, Straßen, Brücken) und Boden produziert. (vgl. Baßeler, S. 45 f.)

Ein weiterer Punkt, den es zu unterscheiden gilt, sind materielle und immaterielle Güter, wobei materielle Güter greifbar sind und oft als Sachgüter bezeichnet werden. Bei immateriellen Gütern handelt es sich um nicht physische Güter (Bankleistungen, Dienstleistungen etc.).


Nutzen von Gütern

 

Der Nutzen eines Gutes ist von elementarer Bedeutung. Ein Haushalt hat ein gewisses Bedürfnis und nur wenn das Gut dieses Bedürfnis befriedigt, hat jenes Gut einen Nutzen. Somit ist ein Gut, dass eine besondere Qualität voraussetzt, von hohem Nutzen. Desweiteren kann ein Gut auch mehrere Bedürfnisse zeitgleich bedienen. Mit Hilfe von Geld ist es dann möglich, den Nutzen der einzelnen Güter vergleich- und austauschbar zu machen. Die Haushalte wählen die Güter, die die Bedürfnisbefriedigung gewährleistet, rational aus. Wichtig ist außerdem, dass die Güter erst durch die eigentliche Verwendung zu Konsumgütern werden. (vgl. Baßeler, S.130)


Der Gütermarkt

 

Jedes Gut hat einen eigenen Markt und somit werden folgende Märkte unterschieden:

-       Faktormärkte

o    Arbeitsmarkt

o    Immobilienmarkt

o    Kapitalmarkt

-       Gütermärkte

o    Konsumgütermarkt - Nachfrager sind private Haushalte, Anbieter sind Unternehmen

o    Investitionsgütermarkt – Nachfrager und Anbieter sind Unternehmen

Faktormärkte

Gütermärkte

Bei einem Gütermarkt geht man von dem Say‘schen Theorem aus, welches besagt, dass jedes Güterangebot auch die entsprechende Güternachfrage mit sich bringt. Das würde bedeuten, dass die Preise durch Angebot und Nachfrage entstehen. Dieses Theorem basiert auf den Gedanken von J. Baptiste Say und beinhaltet zwei Hauptmerkmale:

 

(1)   Jeder Produktion entspricht ein in gleicher Höhe geschaffenes Einkommen. […] Trotzdem ist nicht sichergestellt, dass das gesamte Einkommen für Güterkäufe verwendet wird und damit das gesamte Angebot auch nachgefragt wird.

(2)   „Der Zinsmechanismus sorge dafür, dass das gesamte Einkommen jeweils auch nachfragewirksam ausgegeben wird. Würde also ein Teil des Vollbeschäftigungseinkommens nicht ausgegeben, so wird es gespart.[…]“ (Baßeler, S.292 ff.)

 

Herstellung von Gütern


Bei der Herstellung/Produktion von Gütern wird zwischen Produktionsmittel und Produktionsfaktoren unterschieden. Die Produktionsmittel gehen in die produzierten Güter ein, Produktionsfaktoren (z.B. Maschinen) werden über einen längeren Zeitraum für die Produktion verwendet. Zu diesen Faktoren zählen Arbeit, das gesamte Arbeitskräftepotenzial, Boden, die gesamte Bodenfläche und Kapital. Hierzu zählen die produzierten Produktionsmittel, sowie Werkzeuge, Maschinen, Gebäude etc. Die Faktoren Arbeit, Boden und Kapital werden massiv vom technischen Fortschritt beeinflusst. Somit entwickelt sich die Produktivität, im Bezug auf neue Verfahren oder verbesserte Produkte, immer weiter.

Die Menge, die bei der Produktion von Gütern hergestellt wird, hängt hauptsächlich vom Bedarf ab; aber auch die aufgewendeten Ressourcen (Produktionsmittel) sind von Bedeutung. Sobald die Anfrage nach einem Gut steigt, steigt ebenfalls der Marktpreis, jedoch nur wenn das Angebot unverändert bleibt. Daraufhin steigern die Unternehmen ihre Produktion, da die Steigerung der Marktpreises auf einen höheren Gewinn hindeutet. Durch die höhere Produktion, gleicht sich der Markt wieder aus – die Preise sinken wieder. Wenn die Nachfrage sinkt, fallen auch die Preise – damit auch das Angebot. (vgl. Seidel, Temmen)

 

Güterangebot und Güternachfrage


Eine Gütermenge, die von einem Unternehmen auf dem Gütermarkt erzielt werden soll und von vielen Faktoren abhängt, nennt man Angebot. Dabei werden verschiedene Punkte berücksichtigt, wie z.B. Was ist das Ziel eines Unternehmens? oder  Wie sind die technischen Bedingungen der Produktion?

Bei einer solchen Betrachtung wird davon ausgegangen, dass das Unternehmen als oberstes Ziel die Gewinnmaximierung anstrebt. Auch andere oder erweiterter Zielsetzungen sind möglich und vorstellbar.

 

Wert der Güter


Der Wert eines Gutes wird maßgeblich von Angebot und Nachfrage beeinflusst und legt dementsprechend die Bedeutung des Gutes, im Verhältnis zur Bedürfnisbefriedigung, fest.

Zwei Faktoren spielen hierbei eine besondere Rolle: den Produktionskosten, sowie der individuellen Nutzenschätzung der Nachfrager.

Der Wert eines Gutes setzt sich somit aus den Kosten auf der einen Seite und der Begehrtheit auf der anderen Seite zusammen. Auf dem wirtschaftlichen Markt wird der Wert in Geld ausgedrückt – der Preis kommt zustande. (vgl. Seidel, Temmen)

 

 

Quellenverzeichnis:

 

Baßeler, Ulrich; Heinrich, Jürgen; Koch, A. S. Walter: Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaft, 17. Auflage, Suttgart 2002

Berthold Prof. Dr., Norbert: Allgemeine Wirtschaftstheorie, München 1995

Frisch, Heinz; Müller, Udo; Olten, Rainer; Stegner, Günter: Grundriß der Volkswirtschaftslehre, 3. Auflage, Baden-Baden

Hennes Prof. Dr., O.E. Manfred: Allgemeine Volkswirtschaftslehre für Betriebswirte, 4. Überarbeitete und erweiterte Auflage, Berlin 2001

Roth, J. Steffen: VWL für Einsteiger, 2. Auflage, Stuttgart 2007

Seidel Dipl. Hdl., Horst; Temmen Dipl. Hdl., Rudolf: Grundlagen der Volkswirtschaftslehre, Bad Homburg 

 

IBH Retail Consults, in:

http://www.handelswissen.de/data/handelslexikon/, zugegriffen am 19.05.2011