Druckversion

„Es gibt eine alte Geschichte über eine Straße in Wien, in der sich vier Bäckereie n befanden. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, stellte die erste ein Schild neben den Eingang, auf dem sie das feinste Gebäck in ganz Wien offerierte. Die zweite Bäckerei antwortete mit einem Schild: die feinsten Backwaren in ganz Österreich. Die dritte konterte mit dem Angebot: die besten Backwaren der Welt. Das alles beeindruckte den vierten Bäcker keineswegs. Er postierte vor seinem Laden ein Schild, das bescheiden verkündete: "Hier erhalten Sie die feinsten Backwaren in dieser Straße."[1]

Wie Robert Bosch damals im 1900 Jahrhundert an diesem doch recht simplen Beispiel veranschaulicht hat, ist die Konkurrenz aufgrund einer Vielzahl von gleichen Anbietern und Nachfragern eine logische Folge einer vielzahl auftretender Anbieter und Nachfrager. Schon immer haben Menschen konkurriert. Sei es damals um das beste Tauschgeschäft, heute um den besten Preis, die beste Qualität, die günstigste Menge.

Heute heißen die Themen in der  Wirtschaft Wettbewerbsbeschränkungen, Kartelle und Unternehmenszusammenschlüsse. All diese wirtschaftspolitischen Themen verdeutlichen wiederrum, dass das Thema Konkurrenz aktueller denn je ist.

Dies ist aus der Tatsache begründet das Menschen das Bedürfnis nach Gütern haben um ihre Bedürfnisse nach Maslow zu befriedigen.[2] Sie müssen sich einerseits  das Tauschmittel Geld erarbeiten, um selber ihre Bedürfnisse mit diesem Tauschmittel befriedigen zu können.

Im Verlaufe dieser Arbeit werde ich in Folge dessen von Anbietern und Nachfragern sprechen. Beide Parteien treffen sich auf dem Markt um ihre angebotenen beziehungsweise nachgefragten Güter zu tauschen. In unserer Gesellschaftsform ist der freie Wettbewerb auf dem Markt der wichtigste Faktor zur Bildung, aus volkswirtschaftlicher Sicht, von optimalen Preisen und Mengen. Die Bedingung ist, dass die Marktteilnehmer aus mehreren Angeboten der Marktgegenseite wählen können. Im Idealfall spricht man aus volkswirtschaftlicher Sicht vom vollkommenen Markt.

An dieser Stelle setze ich diese Hausarbeit an. Man unterscheidet in der Volkswirtschaftslehre zwei  Arten von Konkurrenz. Zum einen die vollkommene Konkurrenz und zum anderen die monopolistische beziehungsweise unvollkommene Konkurrenz. Wie oben angedeutet, hängt die Konkurrenz auf einem Markt stark von der vorliegenden Marktsituation ab. Daher möchte ich zu Anfang den Begriff Markt definieren wollen um danach die unterschiedlichen Markttypen darzustellen. Dies soll im Verlauf dem besseren Verständnis der zwei beschriebenen Konkurrenzarten dienen. Zum Abschluss möchte ich erläutern, welchen Nutzen der Begriff Konkurrenz für die Volkswirtschaft hat.

 

Der Markt

Unter dem Begriff Markt versteht man einen fiktiven Ort, beziehungsweise eine Institution, wo Angebot und Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen aufeinander treffen.[3] Dabei ist der Grundgedanke respektive die Grundidee des Marktes, dass in ihm der Preis Angebot und Nachfrage in Einklang bringt.

MArktgleichgewicht


Abbildung 1 stellt noch einmal grafisch die Grundidee dar. Am Schnittpunkt von Angebot und Nachfrage werden die in Einklang gebrachte Menge und der Preis auf diesem Markt erzielt.

Generell kann man verschiedene Marktformen unterscheiden:[4]

 

Anbieter:

1 großer

Wenige Mittlere

Viele kleine

Nachfrager:

1 großer

Bilaterales Monopol

Beschränktes Monopson

Monopson

 

Wenige Mittlere

Beschränktes Monopol

Bilaterales Oligopol

Oligopson

 

Viele Kleine

Monopol

Oligopol

Polypol

         
         

 

Aus der Tabelle werden drei Arten ersichtlich: Monopol, Oligopol und Polypol. Diese drei Art werden häufig in der Volkswirtschaftslehre für die Beschreibung in der Wirtschaft vorkommender Märkte unterschieden.

Ein Monopol zeichnet sich durch viele kleine Nachfrager und einen großen Anbieter aus. Ein Beispiel hierfür wäre die deutsche Bahn. (mittlerweile eher Oligopol)

Oligopole Märkte zeichnen sich durch viele kleine Nachfrager und wenig bis mittlere Anbieter aus. Ein Beispiel hierfür wöge zum Beispiel der Energiemarkt auf dem es nur eine Hand voll Anbieter, aber dem ca. 25 Mio. Nachfrager (dt. Haushalte) dem gegenüber stehen.

Ein Polypol er Markt zeichnet sich durch sowohl viele kleine Anbieter als auch Nachfrager aus. Dies gilt für die meisten Märkte wie etwa der Elektronik Markt oder ähnliches

 

Konkurrenz und Marktformen

Eine Art der Konkurrenz ist die vollständige Konkurrenz. Zu Anfang sei gesagt dass dies eine Referenzsystem darstellt, und so in der Wirklichkeit nicht vorkommt als auch kaum realisierbar ist. Dennoch halten viele Wissenschaftler diese Marktform als erstrebenswertes Ziel unseres ökonomischen Handelns, da in dieser Form der Konkurrenz auf diesem Markt jeder Nachfrager und jeder Anbieter bedient wird.

Bei vollständiger respektive vollkommener Konkurrenz spricht man von einem vollständigen Markt in Polypol Form. Wie oben beschrieben ist ein Polypol eine Form des Marktes auf dem es sowohl viele Anbieter als auch Nachfrager gibt.

Was ist ein vollständiger Markt, eine vollständige Konkurrenz?

Ein vollständiger Markt beschreibt eine spezielle Marktform die wie auch die vollkommene Konkurrenz so in der Wirklichkeit nicht realisierbar ist. Dennoch stellt auch dieser ein Referenzsystem dar das laut Wissenschaftlern erstrebenswert ist im Sinne des Allgemeinwohls da auf diesem Markt jeder Anbieter und Nachfrager bedient wird.

Als Grundzustand der Wirtschaft sind folgende Voraussetzungen zu nennen:[5]

Die Bevölkerung ist gegeben die über die Technik zur Produktion verfügt, als auch über Bedürfnisse die befriedigt werden wollen, also Nachfrage die mit Einkommen befriedigt werden kann.

Dabei hängt die Vollkommenheit respektive Unvollkommenheit von verschiedenen Merkmalen ab:

Homogenität:     alle gehandelten Güter sind homogen, sprich alle konkurrierenden      Güter   werden in Jeder Hinsicht als gleich (gut) angesehen, das heißt sie sind vollständig substituierbar (austauschbar)[6]

Präferenzen:      es bestehen keine sachlichen, räumlichen oder persönlichen Präferenzen zwischen Nachfrager und Anbieter, Beispiel: Kunde geht nicht in Laden X weil ihm das Gebäude besser gefällt

Markttransparenz :         Alle Marktteilnehmer besitzen vollständige und gleichartige Informationen über das Marktgeschehen

Offenheit:           es herrscht freier Marktzugang für alle Konkurrenten

 

Zusammenfassend ist zu sagen, dass je unvollkommener ein Markt ist, das heißt je mehr sich die Einzelnen Merkmale von dem oben beschriebene  Idealbild weg bewegen, desto höher ist 1. die Anzahl der Markteilnehmer die nicht bedient werden und 2. Der Preis der auf diesem Markt erzielt werden kann. Das hat einfache und nachvollziehbare Gründe schaut man einmal auf die Realität:

Natürlich ist es in der Wirklichkeit so, das Nachfrager klare Präferenzen aufweisen. Nachfrager X geht lieber zu Anbieter Y da dort das Personal so freundlich ist. Weiterhin werden Güter natürlich in unterschiedlicher Qualität betrachtet. Diese zwei Beispiele zeigen, weshalb eine vollkommene Konkurrenz kaum zu erreichen ist.

Weiterhin spricht man bei vollkommener Konkurrenz von einem atomistischen Markt.[7] Das heißt eine große Zahl Anbieter steht einer großen Zahl Nachfragern gegenüber. Die Konsequenz daraus ist, dass durch den geringen Anteil jedes Markteilnehmers am Markt der Preis durch einen Einzelnen nicht beeinflussbar ist. Daher Verhalten sich die Marktteilnehmer als Mengenanpasser da der Preis vorgegeben ist und nicht verändert werden kann. Dies bedeutet das der Preis nur noch ein Datum ist, und die Menge ein Aktionsparamter in dem sie sich bewegen. Preise spielen also keine Rolle für den Marktteilnehmer, er behandelt nur noch Mengen und Daten in denen er sich bewegt.

Dieser theoretische Markt wird auch als Modell des totalen Konkurrenzgleichgewichts angesehen.[8] Dieses wird durch das sogenannte „Pareto-Optimum“[9] charakterisiert. Dies bedeutet, dass es für die Marktteilnehmer nicht (mehr) möglich ist, durch eine wirtschafts- oder sozialpolitische Maßnahme ein Mitglied einer Gruppe besser zu stellen, ohne (mindestens) ein Mitglied einer anderen Gruppe schlechter zu stellen. Zum Beispiel kann ein Nachfrager auf dem Markt kein besseres Versorgungsniveau erreichen ohne dass ein anderer Marktteilnehmer ein schlechteres Versorgungsniveau erreicht.


Monopolistische / unvollkommene Konkurrenz

Wie im vorherigen Teil dieser Arbeit bereits beschrieben wurde, zeichnet sich unvollkommene Konkurrenz durch einen Markt aus, auf dem sich die Merkmale weg vom Idealtyp der vollkommenen Konkurrenz bewegt haben.

Dies bedeutet zum Beispiel, dass nicht alle Marktteilnehmern alle Informationen über den Markt zur Verfügung stehen haben. Nachfrager haben Präferenzen. Das heißt sie beziehen Güter lieber bei Anbieter X aus sachlichen, räumlichen oder zeitliche Gründen.

Dementsprechend verfügt jeder Anbieter über einen gewissen Spielraum in dem er Preis und Menge, anders als beim vollkommenen Markt , indem er nur Mengenanpasser ist,  festlegen kann. Dabei muss er jedoch die Regeln des Marktes beachten. Außerhalb seines monopolistischen Spielraums in dem er Mengen und Preise aufgrund mangelnder Konkurrenz bestimmten kann, verliert er alle Nachfrager an die Konkurrenz sobald er über diesen Spielraum hinaus agiert, da in diesem fiktiven Raum die Menge und der Preis vom Markt diktiert werden.

 

Fazit

Ich möchte abschließend festhalten, dass die Konkurrenz ein natürlicher Prozess des menschlichen Handelns und Strebens ist. Zum einen haben Menschen sich immer in Wettbewerben gemessen, in denen sie ihre Konkurrenz ausschalten müssen. Dies ist heute in der Wirtschaft nicht anders. Jeder will der beste in seinem Markt sein. Ein weiterer viel wichtiger Punkt ist begründet in der Gesellschaft in der wir leben. Einkommensmaximierung beziehungsweise Gewinnmaximierung (Konsumenten- und Produktionsrente in der Volkswirtschaftslehre genannt) sind ein Teil unserer Gesellschaft. Das Streben nach Reichtum und Verbesserung bestimmen unsere  Tun und Denken. Daher verwundert es nicht, dass eine vollkommene Konkurrenz also ein vollkommener Markt nicht existieren kann. Marktteilnehmer werden aus genannten Gründen immer Versuchen, etwas anders als die Konkurrenz zu machen um ihren Gewinn zu maximieren. Eine Homogenität kann also niemals erreicht werden und das Wohl wird eher für einzelne Gruppen eintreffen als das Allgemeinwohl.

Dennoch hat dieses konkurrierende Verhalten einen volkswirtschaftlichen Vorteil. Durch die vorherrschenden Konkurrenzsituationen und dem eingehenden Druck sind Anbieter gezwungen, neue Ideen, Produkte und Technologien zu entwickeln um sich von der Konkurrenz abzuheben. Schnelle Innovationen, schnelle Anpassungen an neue Gegebenheiten sind der positive Effekt.

Weiterhin besteht für den Nachfrager persönlich ein weiterer Vorteil. Der Nachfrager kann auf dem Markt bessere Produkte zu niedrigeren Preisen erwerben.

Schlussendlich möchte ich anmerken, dass aus der Konkurrenz wichtige Marktideen wie Kartelle, die die Preisabsprachen verhindern beziehungsweise Regeln, und Kooperationen unter einzelnen Konkurrenten, um die Marktmacht zu steigern und somit ihren Gewinn zu maxiieren, entstanden sind.

 

 



[1] Robert Bosch (1861-1942), dt. Industrieller, Firmengründer

[2] Vgl. Maslow´sche Bedürfnispyramide

[3] Vgl. Wirtschaftslexikon Gabler www.wirtschaftslexikon.de

[4] Vgl. "Die Analyse der unvollkommenen Konkurrenz",Dipl. Betriebswirt Klaus Mühlbäck, 2005

[5] Vgl. www.regionales-wirtschaften.de

[6][6] Vgl. http://patric.thurm.info/interests/studium/preisbildung.pdf

[7] Vgl.http://patric.thurm.info/interests/studium/preisbildung.pdf

[8] Vgl. www.regionales-wirtschaften.de

[9] http://www.wiwi.uni-regensburg.de/arnold/VWL/Vollkommene%20Konkurrenz.pdf