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Krise – Crysis

 

Inhaltsangabe

1.       Definition des Begriffs „Krise“

2.       Varianten von Wirtschaftskrisen

3.       Krisenmanagement

4.       Fazit

 

 

 Definition des Begriffs „Krise“

 

Das Wort Krise stammt aus dem griechischen (krísis) und bedeutet wörtlich übersetzt „Meinung und Beurteilung“, wobei später die Bedeutung „Zuspitzung“ benutzt wurde. Als Krise bezeichnet man eine schwierige Situation, in der ein entschiedener Wendepunkt erreicht wird, der Handeln erforderlich macht. Krisen treten in allen Lebensbereichen auf, zum Beispiel in der Medizin, in der Psychologie usw. Gegenstand in dieser Arbeit ist jedoch die Wirtschaftskrise.

Als Wirtschaftskrise bezeichnet man die Phasen einer negativen Wirtschaftsentwicklung, in der zwischen drei Stufen unterschieden wird: Stagnation (kein Wirtschaftswachstum innerhalb eines definierten Zeitraumes), Rezession (wirtschaftlicher Abschwung) und Depression (lang anhaltende Rezession). 

Quellen: 1*  

 

Variante von Wirtschaftskrisen

 

Es gibt drei verschiedene Varianten von Wirtschaftskrisen: die Inflationskrise, die Finanzmarktkrise und als letztes die Währungs- und Zahlungsbilanzkrise. 

Wirtschaftstheoretiker definieren endogene und exogene Einflüsse als Ursachen für Wirtschaftskrisen, wobei bei der endogenen Theorie, die Störung im Wirtschaftssystem selbst liegt und bei exogenen Störungen die außerwirtschaftlichen Einflüssen ausschlaggebend sind.

Eine endogene Ursache ist zum Beispiel laut Marx, dass das Kapital in der Hand einiger Weniger ist und somit die Mechanismen einer freien Marktwirtschaft nicht funktionieren können. Desweiteren können falsche politische Entscheidungen eine endogene Ursache für eine Krise sein. Die Aufnahme von Griechenland in die Eurozone und die damit verbundenen Probleme dienen als aktuelles Beispiel für eine endogene Krisenursache. Die griechische Wirtschaft war schon bei der Aufnahme in einem desolaten Zustand, welcher von allen politischen Entscheidungsträgern ignoriert wurde.

Ein exogener Einfluss ist zum Beispiel topaktuell die Reaktorkatastrophe in Fukushima/Japan bei der es zu einer Kernschmelze in einem Atomreaktor gekommen ist. Dieses Ereignis hat zu einer Energiedebatte geführt, die immense Auswirkung auf die Volkswirtschaft der einzelnen Nationen hat.

Japan ist auf dem Weg in eine Rezession, die zumindest zu temporären Folgen für die Marktwirtschaft führen wird. In Deutschland hingegen hat das Ereignis zu einem Umdenken in der Energiepolitik geführt, welches auch erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft nimmt und in Zukunft nehmen wird. Diese aktuelle Zeitnahe Energiedebatte kann man als rechtzeitiges Krisenmanagement werten.

Bei der Inflationskrise findet ein anhaltender Anstieg des Preisniveaus statt. Die zu Verfügung stehende Geldmenge bleibt bei steigendem Preisniveau konstant. Die Folge ist eine Entwertung des Geldes. Im Jahre 1923 kam es zum Beispiel zu einer so genannten Hyperinflation. Deutschland verlor den ersten Weltkrieg und musste Reparationszahlungen leisten, die es letztendlich nicht mehr aufbringen konnte. Um diese Zahlungen tätigen zu können, hat der Staat als falsche Maßnahme immer mehr Geld gedruckt und damit die Inflation noch angeheizt. Auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise 1923 lag der Kurs für einen US- Dollar bei 4,2 Billionen Mark. Die Folge war, dass die Wirtschaft zusammenbrach, bei rapidem Anstieg der Arbeitslosigkeit und ins Bodenlose stürzenden Löhnen. Die Wirtschaftskrise war komplett.

Die Finanzmarktkrise kennzeichnet sich dadurch, dass die bis dahin geltenden Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt werden. Die Gründe dafür sind u.a. Wertverluste seitens der Unternehmen bis hin zur Zahlungsunfähigkeit. Daraus resultiert eine große Ansteckungsgefahr auf andere Branchen (z.B. auf den Bankensektor) und damit letztendlich auf die gesamte Wirtschaft. Im Jahr 2009 ist genau das passiert: Die Bank Lehmann Brothers stand vor dem Aus. Sie hatte in der Vergangenheit unkontrolliert Kredite für Immobilienfinanzierungen gegeben. Als zahlreiche Kreditnehmer ihre Rückzahlungen an die Bank nicht mehr leisten konnten, platzte die Kreditblase. In Folge dessen kam es zur Infektionen zahlreicher anderer Branchen, wie zum Beispiel dem Baugewerbe und dem mittelständischen Handwerk. 

Bei der heutigen Globalisierung ist die Gefahr einer internationalen Krise noch viel größer, da nationale Krisen anderer Länder auf die international agierenden Muttergesellschaften Auswirkungen haben können.

Der Währungskrise geht ein enormer Verlust der nationalen Währungsreserven voraus und hat zu Folge, dass die Währung stark an Wert verliert. Wenn ein Land viele Auslandskredite aufnehmen muss, spricht man von einer Zahlungsbilanzkrise. Diese kann wiederum eine Währungskrise zur Folge haben. Betrachtet man die aktuelle Situation in Griechenland, Mitglied der Euro-Währungsunion, ohne ländereigene Währung, so erkennt man, dass eine nationale Währungskrise leicht zu einer multinationalen Krise heranwachsen kann. 

Quellen: 2*  

Im Folgenden werde ich auf die Mechanismen, die zur Dot-Com Blase im Jahr 2000 führten, eingehen, weil man an diesem Beispiel das ganze Ausmaß einer internationalen Wirtschaftskrise sehr gut verdeutlichen kann.

Die Dot-Com Blase war eine künstlich aufgeblähte Blase, die aus übertriebener Gewinnerwartung der Anleger, insbesondere der Kleinanleger, entstanden ist. Mitte der neunziger Jahre hatte man die vielfältigen Möglichkeiten des Internets und der mobilen Kommunikation wie zum Beispiel Handys und Laptops für sich entdeckt, was zu Gründung sehr vieler IT- Unternehmen führte. Führende Börsen richteten eigene Marktsegmente ein. In Amerika NASDAQ und in Deutschland der „Neue Markt“, wo man diese neuen Firmen notierte. Die dargestellten Möglichkeiten des Internets ließen bei vielen Menschen, auch bei Laien, völlig überzogene Gewinnerwartungen wachsen. Begleitet wurde dieser Trend durch einen massiven medialen Aufwand der Unternehmen wie zum Beispiel der Telekom oder auch Infineon. Die intensive Nachfrage führte dazu, dass viele der börsennotierten Firmen Inflationär überbewertet wurden. Die Spirale wurde weiter gedreht, indem die Unternehmen mit der durch den Börsengang erzielten sehr hohen Liquidität, weitere kleinere IT-Unternehmen hinzukauften.  Angeheizt wurde die ganze Entwicklung zusätzlich durch Investmentfonds, deren Portfolio aus einem hohen Anteil von Firmen des „Neuen Marktes“ bestand. Ein Ende des Booms zeichnete sich im März 2000 ab: die Kurse sanken rapide. Unerfahrene Kleinanleger versuchten ihr Kapital zu retten, indem sie in dieser Phase versuchten, ihre Aktien zu jedem Preis zu verkaufen. Zu diesem Zeitpunkt waren selbst börsennotierte Unternehmen in die Insolvenz gegangen da ihr Börsenwert materiell nicht mehr gedeckt war. Hier offenbart sich ein generelles Problem der Unternehmen des „Neuen Marktes“. Der Wert eines solchen Unternehmens besteht viel weniger in materiellen Dingen als in dem Wert einer Idee und im Wissen ihrer Mitarbeiter. Die Dot-Com-Blase fand im Jahr 2000 ihren Höhepunkt und platzte. Ihren Namen hat sie von der generischen Top-Level-Domain.com erhalten.

Die Folgen der zerplatzten Dot-Com-Blase waren eine hohe Arbeitslosigkeit in der IT-Branche. Viele insolvente Unternehmen  wurden zerschlagen um wenigsten durch den Verkauf der materiellen Werte(Bürogebäude, Inventar, Fuhrpark) die hohen finanziellen Verluste aufzufangen. Überlebt haben nur einige wenige große Unternehmen wie zum Beispiel SAP oder Microsoft. Als Resultat der Krise ist ein Misstrauen gegenüber der IT-Branche geblieben, was lange Zeit dazu führte, dass viele Unternehmen dann unterbewertet worden sind.

Aktuell kann man wieder einen Trend beobachten, der die Gefahr einer neuen Dot-Com Blase befürchten lässt. Hier ist zum Beispiel der Verkauf von Skype an Microsoft für   sechs Milliarden US- Dollar zu nennen, obwohl das Unternehmen bisher noch keinen Gewinn gemacht hat. Zu nennen ist auch der Börsengang der Social-Media-Plattform Linked-In, welche schon einen Tag vor dem Börsengang einer Börsennotierung von 4,11 Milliarden US-Dollar erhalten hat. Diese Börsenbewertung ist 260 Mal so hoch wie die Plattform 2010 an Gewinn erzielt hat.

Die Dot-Com-Blase ist ein Beispiel für eine Finanzkrise, die letztendlich internationale Auswirkungen hatte. Es wurden weltweit Arbeitsplätze vernichtet und die IT-Branche musste erhebliche Imageverluste hinnehmen.

Quellen: 3*  

3.  Krisenmanagement

Unter Krisenmanagement versteht man den zielorientierten Umgang mit Krisensituationen. Elemente des Krisenmanagements sind hierbei das Erkennen und die Analyse von Krisensituationen, das Entwickeln von Strategien zur Krisenbewältigung, woraus sich dann als Konsequenz die Gegenmaßnahmen ergeben. Die zu ergreifenden Maßnahmen unterscheiden sich maßgeblich von den Maßnahmen einer „Nicht-Krisensituation“. Erforderlich in Krisenzeiten sind Initiativen, die sich so schnell wie möglich umsetzen lassen, sofort wirken und Gewinn und Liquidität sofort massiv erhöhen. Kostenintensive Aktivitäten, die erst in ferner Zukunft greifen, führen nicht zum Überleben des Unternehmens.

Ursächlich für viele Krisen können strategische Fehlentscheidungen oder auch Fehlverhalten maßgeblich Beteiligter sein. Aus diesem Grunde sind Faktoren, wie frühzeitige Informationen über drohende Krisen und die Fähigkeit und den Willen frühzeitig dieser Krisensituation zu begegnen, der beste Schutz gegen Krisen. Hierzu gehört ein „seismographisches Frühwarnsystem“, welches zum Beispiel auf Engpässe in der Produktion oder auf Qualitätsprobleme von Zulieferern rechtzeitig hinweist. Desweiteren kann die Erstellung von Krisenmanagementmaßnahmen für unterschiedlichste Krisensituationen helfen, Krisen zu vermeiden. Hierbei werden rechtzeitig Verantwortliche für den Krisenfall und für die Krisenkommunikation benannt. Es ist wichtig nach einer Checkliste zu arbeiten, damit die Maßnahmen zielgerichtet erfolgen.  Eine möglichst objektive Krisenkommunikation ist eminent wichtig. Das Verschweigen oder die Manipulation von Informationen können fatale Folgen haben. Bestes Beispiel hierfür ist die Kommunikationspolitik von Tepco, dem Betreiber des Kernkraftwerks in Fukushima. Die anfänglich neutrale Meinung der Öffentlichkeit schlug mit zunehmender Sprachlosigkeit des Unternehmens in negative Emotionen um. Das Unternehmen gilt als unglaubwürdig und muss neben den technischen und finanziellen Verlusten auch noch einen irreparablen Imageschaden hinnehmen.

Quellen: 4* 

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Krise zunächst eine erschreckende Wirkung auf die Betroffenen hat. Bei guter Vorbereitung, sprich bei adäquatem Krisenmanagement, kann sie auch eine reinigende Wirkung haben.

Ich habe die verschiedenen Formen der Krise und die Vorbereitung der Gegenmaßnahmen erläuter. Erwähnen möchte ich diesem Zusammenhang Max Frisch der sagt: „ Eine Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Gleiches dokumentiert sich in der chinesischen Kultur. Das Chinesische Schriftzeichen für Krise besteht aus zwei verschiedenen Teilen, zum einen aus der Chance und zum anderen aus der Gefahr.

Quellen: 5*           

                       

 

Literaturverzeichnis


1*, 2* http://de.wikipedia.org/wiki/Krise

 

3* http://de.wikipedia.org/wiki/Dotcom-Blase 


3* http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_420100 


1* http://www.sic-consult.de/Matthias_Luhrmann_Beckmann_Unternehmensentwicklung_-_Finanzen_in_der_Krise.pdf 

 

2* http://de.domotica.net/Wirtschaftskrise

 

2* http://www.wirtschafts-lehre.de/endogene-und-exogene-

 konjunkturtheorien.html


4* http://de.wikipedia.org/wiki/Krisenmanagement 

4* Hermann Simon "33 Sofort Maßnahmen Gegen die Krise", Campus Verlag 


5* Persönliche Mitteilung von Martina Haaß, Konzept&Inovation- Consulting