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Banknoten (dt.) – Banknote (engl.)

Eine Banknote ist ein beidseitig bedrucktes Papier, das einen runden Betrag in der jeweiligen Währung angibt. Sie dient als gesetzliches Zahlungsmittel und wird von einer Notenbank ausgegeben. Zusammen mit Münzen bilden Banknoten das Bargeld.

Erste Einführung in China

Die Grundvoraussetzung für das Papiergeld wurde in China gelegt, da 105 n. Chr. in China das Papier erfunden wurde. Durch eine stärkere Besiedelung als in Europa waren damals Handelsstraßen weiter entwickelt.

In der Song-Dynastie (960-1127) wurde erstmals Papier als Notgeld ausgegeben. Der Kaiser benötigte damals das Geld um einen weiteren Krieg zu finanzieren und da eine so hohe Menge an Münzen nicht in kurzer Zeit herstellbar war, wurden Banknoten ausgegeben. Jedoch wurden 1402 alle Banknoten wieder eingezogen, da zu oft leere Staatskassen durch den Druck neuer Banknoten wieder aufgefüllt wurden. Da es für Ausgabe dieser Banknoten nie auch nur annähernd genug Deckung gab, erhöhte sich die Inflation immer mehr bis zu dem Jahr 1402, als alle Noten wieder eingezogen wurden.

Einführung in Europa

Zunächst wurden in Europa Produkte mit Münzen bezahlt. Hierbei kam es vor allem auf den Anteil an Edelmetallen an. Allerdings ist es ein Irrtum anzunehmen, dass man mit Münzen alles kaufen konnte. Es war nur möglich das zu kaufen was auch angeboten wurde. Wenn eine Ware knapp wurde, stiegen automatisch die Preise. Somit verlor die Münze, vor allem das Silber, an Wert. Zu dieser Zeit waren die Preise so weit gestiegen, dass es teurer war das Silber für die Münzprägung zu gewinnen als ihr Verkaufswert auf dem Markt. Vor diesem Hintergrund wurden Überlegungen angestellt, um Alternativen zu den Münzen zu finden.

In Europa wurde in Spanien 1483 die erste Verteilung von Papiergeld verzeichnet. Diese ersetzten aber nur vorrübergehend die Münzen. Erst 1609 ließ die Bank von Amsterdam die ersten Banknoten drucken. Es wurden aber immer nur so viele gedruckt, wie auch durch Münzen gedeckt werden konnten.

Im Gegensatz hierzu stehen die Franzosen, die als erste Banknoten in großen Mengen drucken ließen: Nach der Regierung von Ludwig XIV übernahm 1715 der Herzog von Orleans die Regentschaft mit einem Schuldenberg von ca. 3,5 Mrd. Livres. Nach umfangreicher Prüfung der Gültigkeit ließ sich der Schuldenbetrag auf ein Drittel reduzieren. Danach wurde verordnet, dass alle Münzen –das bisherige Tauschmittel- abzuliefern sein um zu neuen Münzen zu prägen. Obwohl diese neuen Münzen fast ein Fünftel weniger Silber enthielten, konnten Schuldner –so auch die Regierung- ihre Schulden ohne Aufpreis damit bezahlen. Hierdurch verringerte der Staat zwar seine Schulden, senkte aber auch gleichzeitig die Staatseinnahmen, denn die Wohlhabenden befürchteten eine weitere Verschlechterung des Materialwerts der Münzen und hielten sich mit wirtschaftlichen Transaktionen zurück.

Vor diesem Hintergrund schlug der aus den schottischen Highlands stammende John Law vor eine Bank zu gründen, die imstande sein sollte Kredite zu geben. Law stellte die These auf, dass Geld kein greifbares Gut sein solle, sondern nur ein Mittel um Ware gegen Ware zu tauschen. Falls die Produktion von Gütern und Dienstleistungen vom Hersteller nicht vorfinanziert werden konnte, sollte die Bank Kredite vergeben. Die Produkte und Dienstleistungen mussten mit Geld gekauft werden. Um diesen Kreislauf überhaupt erst in Gang zu setzen, musste vorher gewährleistet sein, dass genug Geld im Umlauf war. Anders als bei Münzen musste der Nominalwert des Geldes nicht durch den Gegenwert in Silber gedeckt werden. Laut Law sollte eine Bank mit ihrer Unterschrift lediglich versichern, dass der Wert des Papiergeldes jederzeit wieder in Silber umgetauscht werden könne. Um einer potenziellen Wertminderung der Münzen durch einen erneuten Währungszerfall vorzubeugen, musste sich das Geldinstitut verpflichten, das Papiergeld in den Silberwert zu tauschen, den die Münzen zu der Zeit hatten als die Bank gegründet wurde. Geld sollte von da an nur noch die Funktion haben dem Tauschverkehr zu dienen. Der Wert von Geld stünde in Abhängigkeit zu der Menge der angebotenen Waren, solange diese sich die Waage halten, sei der Wert der neuen Banknoten gesichert. John Law versuchte durch die Einführung der Banknoten die zunehmende Deflation zu stoppen und den Handel durch vermehrte Liquidität zu stärken. Als Sicherheit dienten jedoch schon bald keine Münzen mehr, sondern potenzielle Erträge aus ausländischen Kolonien wie in New Orleans.

Laut Law sollte jedem, der gewinnbringende Aufträge vorwies, die er aber nur mit Hilfe von Krediten ausführen könnte, ein Darlehen in Form von Banknoten gegeben werden. So gewährte auch die französische Gesellschaft dem Staat immer neue Kredite und gab als Ausgleich immer mehr Geld für Aktien aus, besonders für Unternehmen in den Kolonien. Voraussetzung für dieses System war allerdings, dass das Vertrauen in die Bank nicht verloren ging und dass die Kolonien hohen Gewinn erzielen würden. Anfangs schien der Aktienmarkt stabil, doch mit zunehmender Anzahl der Aktien und der Tatsache, dass Nennwerte auch in Raten gezahlt werden konnten, stiegen die Kurse rapide an. Im Januar 1720 erreichten dann die Aktien einen Stand von 18000 Livres bei einem Nennwert von 500 Livres. Zu diesem Zeitpunkt stießen dann die meisten Spekulanten ihre Aktien ab und der Zusammenbruch war perfekt. Plötzlich wollte jeder seine Banknoten wieder in Münzen umtauschen. Die Bank hatte inzwischen so viele Banknoten ausgegeben, dass diese schon lange nicht mehr mit Münzen gedeckt wurden sondern hauptsächlich durch Aktien oder Güter. Diese Deckung war aber eben nicht sofort verwertbar. Zusätzlich erwirtschafteten die Kolonien nicht den gewünschten Erfolg. Das Banknotensystem fiel komplett zusammen und es kam zum ersten Börsencrash in der Geschichte.

Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden wieder Banknoten ausgegeben, allerdings zunächst nur noch als Staatspapiergeld. Dadurch, dass nur eine geringe Menge an Banknoten gedruckt wurde, war auch die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht gegeben. Jedoch erreichten auch die Banknoten sehr bald nur noch einen geringen Anteil ihres eigentlichen Nennwerts, da die Edelmetallreserven, die zur Sicherung dienen sollten, zur Finanzierung der Kriege aufgebraucht wurden. Erst nach dem Wiener Kongress 1815 schafften es die europäischen Staaten die Druckmenge von Banknoten so zu regulieren, dass die Akzeptanz gewährleistet wurde, es aber gleichzeitig genug Deckung gab.

Das Vertrauen in die Banknote beruhte darauf, dass es in den Banken zu jeder Zeit wieder in Münzen umgetauscht werden konnte. Dem zugrunde lag die Sicherheit, dass es eine ausreichende Menge an Münzen in den Schatzkammern der Banken gab, was auch auf einigen Banknoten zu lesen ist. So ist auch heute noch auf der 5-Pfund-Sterling-Banknote zu lesen:

I promise to pay the bearer on demand the sum of 5 pounds

Euro-Banknoten

Der letzte große Einschnitt in der Geschichte der Banknoten war die Einführung des Euro. Es wurden eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit und ein Aufschwung im Handel erwartet. Hauptgründe hierfür sind, dass die Währungsrisiken durch die verschiedenen Wechselkurse weggefallen sind und sich Produkte und Dienstleistung innerhalb der Euro-Zone durch die direkte Vergleichbarkeit preislich angepasst haben. Auch kommt dies insbesondere im Tourismus zum Tragen, da das Urlaubsgeld nicht vorher umgetauscht und nach dem Urlaub wieder rückgetauscht werden muss.

Der größte Vorteil der einheitlichen Geldpolitik bringt aber auch gleichzeitig den direkten Nachteil mit sich: Es kann auf die konjunkturelle Situation der einzelnen Länder nur sehr schlecht Rücksicht genommen werden, da Zinssätze immer nur für den gesamten Euro-Raum festgelegt werden. Vor der Euro-Einführung konnten die jeweiligen Bundesbanken individuell reagieren - etwa durch Senkung der Zinsen, wenn ein Land in einer Rezession steckte. Gab es einen wirtschaftlichen Aufschwung konnten die Zinsen erhöht werden- so wurden Schwankungen in der Konjunktur vermindert.

Zunehmende Verdrängung der Banknoten

Im Zeitalter des zunehmenden Computereinsatzes und weltweiter Vernetzung spielt Bargeld eine immer geringere Rolle. Grundlage der bargeldlosen Zahlung ist das sogenannte Buchgeld, welches einen Anspruch auf Bargeldauszahlung darstellt. Im Gegensatz zu den Banknoten besteht hierbei keine Annahmepflicht, da es sich nicht um ein gesetzliches Zahlungsmittel handelt.

Eine weitere Möglichkeit der Bezahlung ist das elektronisch gesicherte Guthaben. Anfangs war das sogenannte E-Geld entweder zu leicht zu entwenden oder das System so kompliziert aufgebaut, dass es den meisten potenziellen Nutzern schlichtweg zu umständlich war es zu benutzen. Mittlerweile wurde die Vorgehensweise rund um das E-Geld so weit entwickelt, dass ihm eine immer größer werdende Bedeutung zukommt.

E-Geld ist eine Forderung gegenüber der ausgebenden Stelle, die auf einem Datenträger gespeichert wird. Der Wert ist hierbei genauso hoch wie bei einer bestimmten Banknote. Man unterscheidet das E-Geld ob es entweder auf einer Karte gespeichert wird (Kartengeld) oder ob das Guthaben auf einer Software basiert (Netzgeld).

Das Kartengeld wird in Deutschland auf einer Geldkarte gespeichert, auf die an Geldautomaten Beträge gezahlt werden können. Mit diesem Guthaben wird dann in Parkhäusern gezahlt oder Zigaretten gekauft. Der Haupteinsatz einer Geldkarte ist für Kleinbetragszahlungen. Die häufigste Form von Netzgeld ist die Kreditkarte.

Mittlerweile ist der Zustand eingetreten, dass das meiste Geld in Form von Bytes gespeichert ist und nicht mehr als Banknoten. Banknoten werden immer mehr durch digitales Bargeld abgelöst.


Literaturverzeichnis

Samhaber, E. (1964): Das Geld, München

Bender, K. (2004): Geldmacher- das geheimste Gewerbe der Welt, Mörlenbach

Braudel, F. (1986): Der Handel- Sozialgeschichte des 15. - 18. Jahrhunderts, München

http://www.zeit.de/2010/14/A-Banque-Royale/seite-1, zuletzt zugegriffen am 29.05.2011

http://europa.eu/legislation_summaries/economic_and_monetary_affairs/introducing_euro_practical_aspects/l25058_de.htm, zuletzt zugegriffen am 29.05.2011

http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-8889559.html, zuletzt zugegriffen am 29.05.2011

http://www.was-war-wann.de/geschichte/geschichte_des_geldes.html, zuletzt zugegriffen am 29.05.2011

http://www.geld-welten.de/glossar/g/geld-geschichte.html, zuletzt zugegriffen am 29.05.2011