Druckversion

Preis (de.) – Price (engl.)

 

Ein Preis wird durch das Angebot und die Nachfrage auf einem Markt bestimmt. Der Preis gilt dabei als das Maß um die Knappheit eines Gutes zu beschreiben, sprich als Indikator dafür, wie groß die Nachfrage für ein gewisses Gut ist oder sein wird. Ein steigender Preis weißt auf eine gestiegene Nachfrage hin, welche wiederrum darauf hindeutet, das ein Gut nur noch in geringerer Auflage für die Konsumenten zur Verfügung stehen wird. Als angehender Händler beschreibe ich daher nachfolgend Güter als materielle Waren, wobei die beschriebenen Sachverhalte sich natürlich auch auf Dienstleistungen beziehen.

Preise existieren also nur für knappe Güter und je knapper ein Gut, desto höher ist auch der Preis. Zum Beispiel ist der Preis für Edelmetalle oder gar Edelsteine deutlich höher als der für Weizen. Das liegt daran, dass uns Weizen in deutlich größerer Menge zur Verfügung steht als es bei Diamanten oder Gold der Fall ist. Ist ein Gut frei, das heißt nicht knappt, so wie Luft, Wasser oder Stein, dann ist der Preis gleich Null. Die Knappheit hängt dabei wiederum von zwei Faktoren ab. Zum Einen davon wie stark der Wunsch ist ein bestimmtes Gut zu konsumieren und zum Anderen von der verfügbaren Menge des Gutes. Diese beiden Begrifflichkeiten spiegeln die eingehend beschriebenen Begriffe des Angebots und der Nachfrage wieder. Die verfügbare Menge eines Gutes ist das Angebot, wobei die gewünschte Menge dieses Gutes die Nachfrage bildet. Somit ergibt sich die Aussage, dass der Preis eines Gutes durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird.

Bei dem Austausch von Gütern gilt der Preis aber auch als Wertschätzungsmerkmal, um den Tauschpartnern eine Idee davon zu geben, ob der Tauschgegenstand eine Nutzensteigerung für sie mit sich bringt. Damit jedoch ein Preis als zuverlässiges Werkzeug der Wertschätzung verwendet werden kann, muss er frei von allen Verfälschungen, so wie Täuschungen oder Zwangsanwendungen, sein. Wenn dies der Fall ist, so kann man von einem freien Preis sprechen, also der freien Zustimmung aller Beteiligten über das Tauschgeschäft.

Der Ort an dem ein solches Tauschgeschäft vollzogen wird, heißt in der ökonomischen Sprache Markt, demnach ist bei dem, unter den angegebenen Bedingungen, genannte Preis auch die Rede vom sogenannten freien Marktpreis. Bei Märkten unterscheidet man in der Anzahl der Marktteilnehmer, die sowohl die Nachfrager als auch die Anbieter inkludieren. Grob lassen sich die Märkte in Polypole und Monopole unterscheiden. Bei einem Polypol handelt es sich um einen Markt mit vielen Anbietern, auf die eine große Anzahl von Nachfragern trifft. In einem Polypol ist keiner der Marktteilnehmer groß genug um den Marktpreis in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Wenn einer der Anbieter seinen Preis verringert, so ziehen die anderen Teilnehmer theoretisch mit, um nicht ihren Marktanteil zu verlieren. Jedoch geht das auch nur bis zu einem gewissen Maße, da der Einstandspreis nicht unterschritten werden soll. Wenn man als einzelner Anbieter seine Preise erhöht, so gehen die Nachfrager eben zur Konkurrenz.

Anders ist das der Fall auf dem Monopol Markt. Bei einem Monopol trifft ein Anbieter auf viele Nachfrager, so zum Beispiel bei Wasser- oder Elektrizitätswerken. Dieser Monopolist kann alleine bestimmen zu welchem Preis er sein Gut verkaufen möchte, da die Nachfrage weiter bestehen bleiben wird, weil niemand zu einem günstigeren Anbieter wechseln kann.

Eine wichtige Unterscheidung wird bei den Preisen, egal auf welchem Markt, zwischen relativen und absoluten Preisen gemacht. Unter einem relativen Preis versteht man eine Gütermenge einer Art, die in der Gütermenge einer anderen Art in dieser Weise bewertet wird.

Ein angemessenes Beispiel dafür wäre das sogenannte Timeshare Verfahren, dass besonders bekannt durch die amerikanische Interval Leisure Group wurde. Dabei handelt es sich um den unentgeltlichen Austausch von Immobilien zwischen zwei Vertragspartner A und B, auf einen festgelegten Zeitraum. Dabei gilt es, wie eingehend beschrieben, die eigene Nutzensteigerung zu ermessen. Wenn es sich bei den Immobilen nun um eine großzügige Villa in Florida von A und bei der anderen um eine Wohnung auf Mallorca der Person B handelt, so gilt es für die Verhandlung festzulegen, um Beiden den selben Nutzen aus der Vereinbarung schließen zu lassen, dass B sich kürzer in der Villa in Florida aufhalten darf, als A in der mallorkinischen Wohnung, um den Wert der beiden Immobilien gleich zu setzen. Eine Einigung könnte dabei lauten, 3 Wochen Urlaub für A in der Wohnung zu einer Woche Urlaub von B in der Villa. [1]

Durch die Einführung eines Bezugsgutes, in das alle Tauschrelationen umgerechnet werden können, wir nennen es Geld, erhält man absolute Preise oder wie im allgemeinen Sprachgebrauch einfach genannt Preise.[2] Um auf das hervorgegangene Beispiel zurück zu greifen, würde mit absoluten Preisen eine Geldeinheit anstelle der Dauer verhandelt werden, die A von B bekommt und anders herum. Im Verhältnis würden es dann ca. 3000€ zu 1000€ für die gleiche Aufenthaltsdauer sein. Die Kennzahl, welche angibt wie viel Einheiten einer Währung für eine gewisse Einheit eines Produktes gezahlt werden müssen, nennt sich Preisniveau.

Ein Hilfsmittel für die Bestimmung eines Preises für ein bestimmtes Gut ist die sogenannte Preis-Absatz-Funktion. Sie ist ein Werkzeug der Volks- und der Betriebswirtschaftslehre um die Relationen zwischen der Nachfrage eines Gutes im Verhältnis zu dessen Preis zu setzen. Das Ziel dieser Funktion ist es, in Verbindung mit der Angebotsfunktion ein ideales Marktgleichgewicht herzustellen. Je nach Marktform lassen sich unterschiedliche Ausprägungen der Preis-Absatz-Funktion nutzen. Das einfachste Modell ist die lineare Preis-Absatz-Funktion, denn sie zeigt, wie das lateinische Wort linea = (gerade) Linie schon beschreibt, eine Gerade zwischen den beiden Achsen Preis und Menge.

Die Funktion, die meist negativ verläuft, weist jedoch lediglich auf, in welchem Maße sich die Absatzmenge bei Veränderung des Preises vermehrt oder verringert. So wird anhand der Grafik deutlich, dass je höher der Preis steigt, die Menge der abgesetzten Ware umso mehr abnimmt.

Preis-Absatz-Funktion Graphik

Eine solche gerade wird durch die Funktion Preis-Absatz-Funktion berechnet, wobei sich die Steigung m aus zwei Punkten einer empirischen Untersuchung erfassen lässt. Mit der Conjoint-Analyse gibt es eine Möglichkeit diese empirische Untersuchung durchzuführen. Der Begriff Conjoint ist eine Zusammensetzung der Begriffe Considered und Jointly, welche zu deutsch so viel wie „ganzheitlich betrachtet“ bedeuten.

Um schlussendlich herauszufinden, welcher Preis derjenige ist, mit dem man den größten Profit machen kann, muss eine zweite Gerade, nämlich die der Angebotsfunktion her. An der Stelle, an der sich beide Geraden schneiden, liegt der ideale Preis für die höchste Absatzmenge.

In der Wirtschaft kommt es jedoch meist zu relativen Preisen, da das Preisniveau durch Inflationen oder ähnliche Vorkommnisse zu unbeständig ist. Eine Steigerung des Preisniveaus führt zu einer Verschlechterung der Kaufkraft des Geldes. Daher besteht das wirtschaftliche Ziel darin das Preisniveau konstant zu halten um einer eventuellen Inflation oder Deflation vorzubeugen.

Die Inflation ist ein wesentlicher Grund für die Preisveränderung in der Wirtschaft. Inflation vom lateinischen „inflare“ (aufblähen, aufblasen) beschreibt in der Volkswirtschaftslehre einen dauerhaft starken Anstieg des Preisniveaus. Bei der Inflation geht es also um einen stetig fallenden Wert des Geldes, beziehungsweise um einen Prozess stetig steigender Preise. Ein solcher Geldentwertungsprozess entsteht, wenn sich die Geldmenge stärker als die Gütermenge ausdehnt. Wenn jedoch, wie bei saisonalen Lebensmitteln, einzelnen Güterpreise hin und wieder steigen, liegt noch keine Inflation vor.

Eine Inflation kann durch die Quantitätsgleichung von IRVING FISCHER aus dem Jahr 1911 dargestellt werden. Bei der Funktion M * V = Y * P geht man davon aus, „[...]dass die Umlaufgeschwindigkeit kurzfristig konstant und das Wachstum der Realproduktion gegeben ist. Es besteht ein proportionaler Zusammenhang zwischen der Höhe der Geldmenge und der Höhe des Preisniveaus. Die Inflationsrate ist stets gleich dem Geldmengenwachstum abzüglich der Wachstumsrate der Realproduktion.“ [3]

Bei der Deflation ist genau das Gegenteil der Fall, denn ein signifikanter Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen liegt vor.

Nun stellt sich natürlich die Frage, warum denn bei einer so unbeständigen Wirtschaft, in der sich der Geldwert durch verschiedene Indikatoren so signifikant ändern kann, überhaupt ein Bezugsgut wie unser Geld genutzt wird? Die Antwort auf diese Frage liegt in der beachtlichen Vereinfachung des Tauschverkehrs.

Um diese Vereinfachung des Tauschverkehrs zu verdeutlichen möchte ich folgendes Beispiel gebrauchen. Nehmen wir an, es gibt vier Händler mit verschiedenen Gütern. Würde nun unter jedem Händler ein Tauschgeschäft nach dem Verfahren der relativen Preise durchgeführt werden, so ergäben sich bei vier Gütern 6 relative Preise, wie es der linke Teil der Abbildung deutlich macht. Durch die Einführung eines Bezugsgutes G, nämlich unser Geld, wird der Prozess des Tausches deutlich vereinfacht, denn es gibt nur die vier absoluten Preise, die für die Güter auf zu wenden sind.

Graphik

Dieses Beispiel kann man auf eine beliebige Menge von Gütern ausweiten, wobei die Zahl der absoluten Preise immer gleich der Zahl der Güter bleibt. Die relativen Preise hingegen immer größer werdend durch die Funktion Funktion relative Preise ausgedrückt werden können.

 

Vieles ist technisch machbar, aber ein Produkt wird nur dann einen Markt finden, wenn auch sein Preis vertretbar ist. [4]

 Letzten Endes entscheiden die Endverbraucher ob ein Gut attraktiv ist oder nicht und sein Preis angemessen ist oder nicht. Die Nachfrage wird somit in den meisten Fällen das Angebot und den dazugehörigen Preis bestimmen.

Quellverzeichnis:

-        BEHRENS; KIRSPEL: Grundlagen der Volkswirtschaftslehre, 3. Auflage, 2003

-        WWW.WIKIPEDIA.DE: Suchbegriff Inflation - http://de.wikipedia.org/wiki/Inflation

-        WWW.WIKIPEDIA.DE: Suchbegriff Deflation - http://de.wikipedia.org/wiki/Deflation

-        MARKUS SCHRÖTER: Arten, Ursachen und Auswirkungen der Inflation, 1. Auflage, 2010

-        SIEBERT, LORZ: Einführung in die Volkswirtschaftslehre, 15. Auflage, 2007

-        WILDMANN, LOTHAR: Einführung in die Volkswirtschaftslehre, Mikroökonomie und Wettbewerbspolitik – Module der Volkswirtschaftslehre Band I

-        LÖCHEL, HORST: Mikroökonomie – Haushalte, Unternehmen, Märkte, 1. Auflage, 2003

-        ARNDT, HELMUT: Markt und Macht, 2. Auflage

-        http://www.bommi2000.de/wirtkunde/wk10_22.pdf

 


[1] Vgl. BEHRENS, KIRSPEL – Grundlagen der Volkswirtschaftslehre, 3. Auflage, 2003: Seite 30 - 36

[2] BEHRENS, KIRSPEL – Grundlagen der Volkswirtschaftslehre, 3. Auflage, 2003

[3] MARKUS SCHRÖTER – Arten, Ursachen und Auswirkungen der Inflation, 2010: Seite 4

[4] Robert N. Noyce (*1927), amerik. Industrieller, Mitgründer Fairchild Semiconductor u. Intel