Transaktionskosten
Transaktionskosten sind diejenigen Kosten, welches durch die Benutzung des Marktes entstehen, weil reale Austauschprozesse bei unvollkommener Information und auf unvollkommenen Märkten stattfinden. Unter Transaktionskosten fällt nicht der Preis des Gutes, soweit die reinen Produktionskosten betroffen sind.
Transaktionskosten wurden erstmals von Ronald Coase 1937 beschrieben und in die Theorie eingeführt, er erhielt dafür 1991 den Nobelpreis für Wirtschaft.
Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Transaktionskosten. Auf der einen Seite gibt es die Kosten „ex-ante“, also Kosten, die vor dem Zustande kommen eines Vertrages anfallen. Auf der anderen Seite gibt es die „ex-post“-Kosten. Dies sind Kosten die anfallen, nachdem ein Vertrag geschlossen wurde.
Ex-ante-Kosten:
Kosten der Informationsbeschaffung
- Kosten Informationssuche über potenzielle Transaktionspartner
Vertragsanbahnungskosten
- Kosten der Kontaktaufnahme (Telefon, Porto, etc.)
Vereinbarungskosten
- Verhandlungen, Vertragsformulierung, Einigung
Ex-post-Kosten:
Abwicklungskosten
- Maklercourtage, Transportkosten
Kontrollkosten
- Einhaltung von Termin-, Qualitäts-, Mengen-, Preis- und
Geheimhaltungsabsprachen, Abnahme der Lieferung
Änderungskosten/Anpassungskosten
- Termin-, Qualitäts-, Mengen- und Preisänderungen
Kosten bei Insolvenz des Vertragspartners
Kosten der Durchsetzung von Leistungsverpflichtungen
- Gerichts-/Anwaltkosten, Mahnkosten
Die Höhe dieser Kosten kann das Zustandekommen von Transaktionen verhindern, wenn zum Beispiel die anfänglichen Informationskosten für einen potenziellen Käufer so hoch geraten, dass die Transaktion verteuert wird.
Neue Informationsformen können diese Transaktionskosten senken (eBay, Wikipedia, etc.). Für jeden Nutzer dieser Medien ist die Suche im Internet heutzutage erschwinglich. Suchmaschinen wie zum Beispiel www.google.de erleichtern durch die Suche durch ihre vielfältigen Eingrenzungsmöglichkeiten nach den gewünschten Informationen. Zudem werden die Suchergebnisse schnell gefunden und aufgelistet.
Mit der Verringerung der Transaktionskosten durch Standardisierung und das Internet verringert sich auch der Vorteil interner Produktion. Dies ist einer der Gründe für die Entstehung und Verbreitung neuer Produktionsformen, u.a. der virtuellen Organisation, und verstärktem Outsourcing.
Des Weitern können eine hohe Transparenz sowie niedrige Transaktionskosten im Internet sehr geringe Preisunterschiede für identische Produkte im Internet zur Folge haben.
Literatur
Williamson, O. E.: Die ökonomischen Institutionen des Kapitalismus, Mohr, Tübingen, 1990
North, D. C.: Institutionen, institutioneller Wandel und Wirtschaftsleistung, Mohr, Tübingen, 1992
Coase, R.H. (1937): The Nature of the Firm in: Economica, N.S., Vol. 4
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