IPTV (Internet Protocol Television (engl.), Internet Protokoll Fernsehen (de.))
Allgemeines
Unter IPTV versteht man die digitale Übertragung von Multimediaanwendungen, wie digitales Fernsehen, über einen Breitband-Internet-Anschluss. Grundlage ist, wie auch beim Internet, das Internet Protokoll (IP).
Technische Vorraussetzung für die Nutzung von IPTV ist ein Breitband-Internet-Anschluss, mit einer empfohlenen Mindestübertragungsrate von 6000 MegaByte. Darüber hinaus benötigt der Endverbraucher noch eine Set-Top-Box, die das Internet mit dem Fernseher verbindet. Durch die Set-Top-Box werden digitale Internet-Signale in, für das Endgerät lesbare, analoge Signale umgewandelt.
Die Technik
Die nachstehende Abbildung verdeutlicht wesentliche Merkmale der Set-Top-Box basierten technischen Umsetzung des IPTV:

Wirtschaftliche Bedeutung
Es wird geschätzt, dass bereits im Jahr 2010 bis zu 1,3 Millionen Kunden Set-Top-Box basiertes IPTV nutzen (Studie des Beratungsunternehmens Goldmedia (2006)).
Wirtschaftlich profitieren vor allem die Telekommunikationsdienstleister von den neuen Möglichkeiten, die IPTV bietet.
Anbieter wie die Deutsche Telekom, Arcor, 1&1 oder auch Regional Carrier wie NetCologne haben dadurch die Möglichkeit lukrative Triple-Play-Angebote auf den Markt zu bringen. Triple-Play-Angebote umfassen Produkte der Telephonie (Voice), des Internets (Daten) und des digitalen Fernsehens (TV). Endverbraucher bekommen dadurch alle Telekommunikationsdienstleistungen aus einer Hand.
Doch nicht nur die Unternehmen, die durch IPTV ihr Produkt-Port-Folio erweitern, profitieren von den neuen Möglichkeiten. Dem Endverbraucher bietet sich eine Vielzahl von neuen Multimediaanwendungen. Ein Vorteil für den Endverbraucher ist, dass durch IPTV eine noch höhere Programmvielfalt erreicht werden kann und das Programm nicht mehr an einen festen Zeitplan gebunden ist. Durch digitales Recording können Programme in Echtzeit digital aufgenommen werden.
Ein weiterer Vorteil ist, dass IPTV ein rückkanalfähiges Medium ist. Der Nutzer kann neben dem Datenempfang auch Daten zurücksenden.
Eine interaktive Kommunikation zwischen Anbieter und Kunde, sowie zwischen den Anwendern wird dadurch ermöglicht. Klassisches Home-Shopping-TV kann durch so genanntes iTV ersetzt werden, wo der Nutzer über seine Fernbedienung direkt Bestellungen auslösen kann. Durch IPTV werden in Zukunft Videotheken durch VoD (Video on Demand) – Angebote ersetzt.
Allgemein hat der Nutzer durch IPTV die Möglichkeit, einfach und bequem über seinen Fernseher digitale Anwendungen zu nutzen. Das durch Microsoft vermarktete "Windows Media Center" basiert - um nur ein Beispiel zu nennen – auch jetzt schon auf der IPTV-Technik. Der Anwendungskomfort und die Vielfalt in den Nutzungsmöglichkeiten grenzt IPTV entscheidend von den zur Zeit weiterverbreiteten Broadcast-Anwendungen ab.
Fazit
"Die Einführung von IPTV wird einer der bedeutendsten Innovationsschübe für die kommende Dekade der Fernsehindustrie"(Dr. Georg Kofler, Vorstandsvorsitzender der Premiere AG)
Die Aussage von Dr. Kofler verdeutlicht, dass der wirtschaftliche Nutzen für die Unternehmen und die Vorteile für die Kunden bereits jetzt absehbar sind, obwohl sich IPTV erst in der Einführungsphase befindet. Unternehmen investieren vermehrt in eine moderne Infrastruktur, um flächendeckend beste digitale Qualität garantieren zu können. Schon heute werden erste Triple-Play-Produkte auf dem Markt angeboten. In den nächsten Jahren ist mit der verstärkten Vermarktung und einem enormem Wachstum im Bereich des IPTV zu rechnen.
Quellen
Deutsches Institut für Breitbandkommunikation GmbH: Kabelnetz-Handbuch, 2 überar. Aufl., Staßfurt 2005
http://info.premiere.de/inhalt/de/medienmitteilung_news_uk_19052006_iptv.jsp
http://de.wikipedia.org/wiki/IPTV
Auf alle Quellen zugegriffen am: 29.06.2007
Weiterführende Literatur
Jörg Broszeit: IPTV und Interaktives Fernsehen, VDM Verlag Dr.Müller, Saarbrücken 2007.
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