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RSS-Feed


RSS-Logo - an diesem Symbol sind RSS-Feeds schnell erkennbar

  1. Definition
  2. Bedeutung RSS und technische Funktionsweise
  3. Historie
  4. Gegenwart und Bezug zum Web 2.0
  5. RSS-Reader
  6. Anwendung im E-Commerce
  7. Fazit
  8. weiterführende Links
  9. Quellen

1. Definition

Ein RSS-Feed stellt einem User aktuelle Daten oder Informationen in gebündelter Form – ähnlich einem Newsticker – zur Verfügung. Das Grundprinzip liegt hierbei in der Einfachheit: Der Nutzer hat die Möglichkeit, verschiedene Webseiten mit Hilfe einer speziellen Software zu abonnieren. Diese werden in regelmäßigen Abständen auf ihre Aktualität überprüft und anschließend in einem sogenannten Feed (dt. = Kanal) gebündelt und Neuheiten werden dem Nutzer in einer kompakten Übersicht präsentiert. Leicht erkennbar sind RSS-Feeds an dem orange leuchtenden Logo.

2. Bedeutung RSS und technische Funktionsweise

Die Bedeutung des Begriffs RSS kann nicht klar definiert werden. Die wohl verbreiteteste Erklärung ist Really Simple Syndication (dt. = „wirklich einfache Verbreitung“); aber auch Rich Site Summary oder RDF Site Summary werden in der (Fach-)Literatur häufig verwendet. Es handelt sich hierbei um eine dynamische Codierung auf XML-Basis, welche speziell für den Austausch von Daten konzipiert wurde.

Im Gegensatz zu HTML und anderen „visuellen“ Programmiersprachen, dient RSS nicht zur Präsentation von Daten, sondern jediglich zur Verarbeitung der dargestellten Informationen. Ein Anwender erkennt RSS-syndizierte Daten auf einer Webseite meist nur an dem bereits erwähnten Logo. Viele Content-Management-Systeme (CMS) haben inzwischen auch RSS-Generatoren integriert, sodass auch Anwender, die der Programmiersprache XML nicht mächtig sind, in der Lage sind, RSS-Feeds, auf ihren Webseiten zu veröffentlichen.

Im Folgenden ist der Aufbau einer typischen RSS-Datei dargestellt. Als besondere Kennzeichen für RSS sind die Tags <Channel>, <item>, und <description> zu erkennen.

Klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Darstellung (öffnet in neuem Fenster)!

Aufbau einer RSS Datei

3. Historie

1997: Die Firma Userland setzte diese neuentwickelte Technologie in der Version 0.90 zum ersten Mal ein. Zu diesem Zeitpunkt basierte RSS noch auf RDF, einem ähnlichen Format wie XML.
1999: Der Bekanntheitsgrad stieg signifikant an, als Netscape dieses Dateiformat für seinen Dienst myNetscape.com weiterentwickelte und in der Version 0.91 veröffentlichte, welches nun einer einfachen XML-Definition zu Grunde lag.
2000: Nachdem es weitere, zum Teil inoffizielle, Weiterentwicklungen seitens Userland gab, wurde RSS 1.0 von einer unabhängigen Entwicklergruppe veröffentlicht, stützte sich nun aber erneut auf das RDF-Format (daher die Bedeutung RDF-Site Summary).
2002 erschien die bis dato neueste Version RSS 2.0, welche erneut von der Firma Userland entwickelt wurde und auch wieder auf einem XML-Format basierte. In dieser Version kam erstmals auch der Begriff Really Simple Syndication auf und es ist das zurzeit wohl am weitesten verbreitetete RSS-Format.
2005 übernahm auch Microsoft das bereits von Mozilla (Firefox) verwendete orangene Icon in seinen Internetbrowser Internet Explorer und in seine E-mail-Software Microsoft Outlook. Seitdem ist das Logo als Erkennungszeichen für RSS-Feeds nahezu standardisiert.

4. Gegenwart und Bezug zum Web 2.0

RSS ist eine der am häufigsten verwendeten Technologien im Web 2.0. Heutzutage zeichnet sich das Internet vor allem durch seine Interaktivität aus. Daten oder Informationen werden nicht mehr alleine zum Abruf zur Verfügung gestellt, sondern der User hat ebenfalls die Möglichkeit diese aktiv weiter zu verarbeiten. Die Komplexität und Unzugänglichkeit des Internets nimmt ab, es wird einfacher Daten und Informationen zu tauschen oder zur Verfügung zu stellen.

Mit Hilfe von RSS-Feeds hat ein User die Möglichkeit schnell und effizient Neuigkeiten abzurufen. Im Vordergrund steht hierbei, dass die Informationen gebündelt werden und dem Anwender in einer übersichtlichen Darstellung präsentiert werden. Da die Daten an einem zentralen Ort, z. B. in einem speziellen RSS-Reader angezeigt werden, kann der User bequem auf verschiedene Datenquellen zugreifen und spart somit viel Zeit.

Dies wird dadurch bekräftigt dass Neuigkeiten nur angerissen werden, das heißt, dass nur etwa die ersten 50 Wörter eines Newsbeitrages im RSS-Feed erscheinen und der User nur bei wirklichem Interesse dem Link zum eigentlichen Text folgen kann. RSS-Feeds sind in der Regel auch offline verfügbar und benötigen lediglich zum aktualisieren eine Internetverbindung. Dies spart wiederum Kosten, falls keine Internet-Flatrate besteht.

Im Folgenden sehen Sie einen Screenshot zur Abonnierung einer Webseite mit Hilfe von MozillaFirefox:

Abonnierung der Aldi Süd Seite in Mozilla Firefox

RSS-Feeds erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmend an Popularität und haben eine gleichwertige Bedeutung für die verschiedenen User des Internets gewonnen, seien es Blogger, Communities, Behörden oder Unternehmen. Auf vielen populären Webseiten gehören RSS-Feeds, welche die Leser über Neuigkeiten informieren, mittlerweile zum Standard. Außerdem ist eine unfreiwillige Belästigung nahezu ausgeschlossen, da die Initiative, einen RSS-Feed zu erhalten, vom User selbst ausgeht, da dieser die entsprechenden Webseiten abonniert um anschließend regelmäßig über Aktualisierungen informiert zu werden. Es ist also ein eindeutiges Pull-Verfahren.

Ein besonderes Phänomen im Bezug auf RSS-Feeds, sind sogenannte PodCasts. Anstelle auf Text- und Bildinformationen verweisen diese FeedsLogo Podcast auf Audiodateien im MP3-Format. Auch diese werden durch die Feed-Reader regelmäßig auf Updates überprüft und dem User – sofern einmal abonniert – zur Verfügung gestellt, ohne dass dieser selbst das Audio-File herunterladen muss. Ebenso sind auch Video-PodCasts auf dem Vormarsch, die sich ins Besondere bei Nachrichten an Beliebtheit erfreuen.

5. RSS-Reader

Um RSS-Feeds auslesen zu können, bedarf es spezieller Programme, sogenannter RSS-Reader. Hierbei handelt es sich entweder um eine externe Software, die auf dem Rechner des Users installiert wird, oder aber über eine spezielle Online-Anwendung im Internet-Browser. Der Anwender kann in diesem Programm seine RSS-Feeds bündeln und verwalten.
In Zeiten von WAP und UMTS verfügen auch viele moderne Mobiltelefone über einen integrierten RSS-Reader, sodass Neuigkeiten nun auch schnell mobil abrufbar sind.

Gängige Anwendungen sind z. B. RSS-Reader, wie Feedreader oder Newsbee. PodCasts treten insbesondere in Zusammenhang mit iTunes auf. Es gibt allerdings noch eine Vielzahl an Alternativen, die für fast jede Anwenderplattform (z. B. Microsoft Windows oder Apple Macintosh) geeignet sind.

Es gibt auch sogenannte RSS-Widgets; dies sind Module, ähnlich wie Newsticker, die in eine Webseite integriert sind und an einer bestimmten Stelle verschiedene Neuigkeiten präsentieren. Ein bekanntes Widget ist beispielsweise iGoogle, bei der sich Internetuser eine personalisierte Startseite erstellen können.

6. Anwendung im E-Commerce

Viele Unternehmen machen sich die RSS-Feeds heutzutage ebenfalls von Nutzen. Sie bieten eine ausgezeichnete Möglichkeit, Kunden, insbesondere die Stammkundschaft, schnell und effizient über Neuigkeiten zu informieren. So gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die als Ergänzung zum herkömmlichen E-Mail-Newsletter einen eigenen RSS-Feed anbieten. Dieser steht meist in Zusammenhang mit einem unternehmenseigenen Blog, auf dem beispielsweise Produktneuheiten und Entwicklungen präsentiert und diskutiert werden. Auch in der unternehmensinternen Kommunikation können RSS-Feeds zum Einsatz kommen. So werden beispielsweise Informationen aus dem betriebseigenen Intranet gebündelt und gezielt Mitarbeitern bestimmter Abteilungen zur Verfügung gestellt.

7. Fazit

Wie man erkennen kann, haben RSS-Feeds einen hohen Stellenwert im heutigen Internet. Viele User nutzen sie schon, z. B. in Form von personalisierten Startseiten wie „iGoogle“, auch wenn sie vielleicht nicht immer wissen, dass es sich hierbei um RSS-Anwendungen handelt. Meiner Ansicht nach, werden RSS-Feeds in Zukunft – insbesondere für Unternehmen, die sich auf den E-Commerce ausrichten – weiter an Bedeutung gewinnen. Gerade die Kommerzialisierung von RSS-Feeds wird weiter zu nehmen. Daher sollte man als interessierter Nutzer Neuigkeiten und Entwicklungen, aber auch Alternativen (wie z. B. Atom) im Auge behalten.

8. Weiterführende Links

Verzeichnisse von RSS-Feeds

RSS-Reader

RSS-Feeds von Unternehmen

9. Quellen

Alby, T.: Web 2.0, München 2007

Friedman, V.: Praxisbuch Web 2.0, Bonn 2008

Contentmanager.de: Content-Syndication durch RSS-Feeds, in: "http://www.contentmanager.de/magazin/artikel_347-print_content_syndication_durch_rss_feeds.html", zugegriffen am 15.11.2008

Einslive.de: Podcasts - dein Radio im Netz, in: "http://www.einslive.de/multimedia/service/2007/podcasts01_einfuehrung.jsp?pbild=1", zugegriffen am 15.11.2008

E-Teaching.org: RSS-Feeds anbieten, in: "http://www.e-teaching.org/technik/distribution/rss/", zugegriffen am 15.11.2008

Media-Palette.de: Ein Newscenter mit RSS-Unterstützung, in: "http://www.media-palette.de/newspublic/news.html", zugegriffen am 15.11.2008

RSS-Verzeichnis: Was ist RSS?, in: "http://www.rss-verzeichnis.de/was-ist-rss.php", zugegriffen am 15.11.2008

Wikipedia.com: RSS, in: "http://en.wikipedia.org/wiki/RSS_(file_format)", zugegriffen am 15.11.2008

Wikipedia.de: RSS, in: "http://de.wikipedia.org/wiki/RSS", zugegriffen am 15.11.2008

XML.com: Was ist RSS?, in: "http://www.xml.com/pub/a/2002/12/18/dive-into-xml.html", zugegriffen am 15.11.2008