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1. Definitorische Abgrenzung

 

Affiliate- Marketing bedeutet übersetzt „Partner-Marketing“ und ist ein spezieller Bereich des Online-Marketings oder aber auch des Performance- Marketings.

 

Diese besondere Art von Marketing beinhaltet den Web- Link oder andere Werbemittel auf einer beliebigen Homepage der Vielzahl, der im Internet vertretenen virtuellen Unternehmen.

Da häufig das Bedürfnis nach einem Produkt nur im Zusammenhang mit einem anderen Produkt geweckt wird, schließen sich so genannte „Partner “ oder auch „Merchants“ zusammen. Die Homepage des Affiliate enthält z. B. einen Web-Link des Partners/ Merchants, der die genannte Homepage mit dem Angebot des Partners / Merchants verknüpft.

 

 

 

 

Affiliate- Marketing bildet eine einfache und preisgünstige Möglichkeit im Onlinebereich zu werben und somit sein Absatzpotential zu steigern.

 

Durch eine erfolgreiche Einbindung der Werbemittel erhält der Affiliate die erfolgsbasierte Vergütung vom Partner / Merchant, welche in unterschiedliche Arten differenziert wird. Im Folgenden werden diese näher erläutert.

 

 

1.1. Arten der Affiliate - Marketing Vergütung

 

Die Vergütung beim Affiliate – Marketing erfolgt ausschließlich erfolgsbasiert.

Man unterscheidet zwischen den häufig genutzten Pay per Click, Pay per Lead und Pay per Sale. Alle drei Formen der Vergütung treten erst nach der Aktivität ein.

 

Pay per Click bedeutet, dass die Vergütung erfolgt, sobald der User das Werbemittel anklickt, sprich z. B. den Hyperlink. Letztendlich wird durch diese Form eine höhere Anzahl der Klicks erreicht, jedoch ist ein Einfluss auf die gewünschte Zielgruppe und auf einen tatsächlichen Kauf kaum möglich. Diese Provisionsform dient daher eher kurzfristigen Werbekampagnen und der Bekanntmachung.

 

Eine dagegen eher sinnvollere Vergütung ist die Pay per Sale. Hier erhält der Affiliate erst dann seine Vergütung, sobald der Kunde Umsatz erzielt hat. Jedoch wird bei Pay per Sale nicht jeder einzelne vom Kunden erzielte Umsatz vergütet, sondern es besteht die Möglichkeit, dass der Umsatz der innerhalb eines Zeitraumes (z. B. 30- 90 Tage) erzielt wurde zu vergüten oder aber pro Kunden, da dieser immer wieder Umsatz erzielt. Die letztere Form wird als „lifetime“ bezeichnet.

 

Pay per Lead bildet die letzte häufig verwendete Provisonsart im Affiliate- Marketing und vergütet den Affiliate nachdem eine Registrierung des Kunden z.B. für den Newsletter erfolgt ist. Diese Form der Vergütung ist sinnvoll, sofern ein Kauf eines Produktes, die eine intensive Beratung benötigt und die Kunden ohne diese nicht in Erwägung ziehen würden, angestrebt wird. Gegenüber dem Pay per Click ist hier die Entlohnung für die Registrierung, also erfolgsbasiert.

 

Darüber hinaus bestehen weitere Vergütungsarten wie Pay per Click Out, welches eine Erweiterungsform der Pay per Click darstellt, Pay per Link, bedeutet, dass der Link für einen bestimmten Abrechnungszeitraum eingebaut wird, Pay per Print out, trifft auf z.B. Fluggesellschaften zu, die Abrechnung nach Papierausdruck, Pay per View, bezeichnet jede Art von gewerteten Werbemitteln, Pay per Sign Up, ähnlich wie Pay per Lead, vergütet nachdem der User sich beim Merchants „einschreibt“ und schließlich Pay per Install, welches nach Installation eines Programmes abrechnet.

 

 

2. In wiefern profitieren Unternehmen von Affiliate – Marketing?

 

Den Profit, den Unternehmen aus dem Affiliate- Marketing ziehen, ist zu unterteilen in zwei Perspektiven.

 

Zum Einen muss man den Affiliate betrachten. Durch diese Form von Marketing besteht die Möglichkeit zusätzliche Einnahmen zu erzielen, in Form von Vergütung durch den Merchant. Des Weiteren besteht die Option einer gegenseitigen Kooperation. Dies bedeutet, dass nicht nur der Affiliate das Werbemittel des Merchants aufnimmt, sondern auch andersrum. Somit ergeben sich in diesem Fall zusätzlich die Vorteile des Merchants für den Affiliate.

 

Zum Anderen profitiert der Merchant durch das Affiliate- Marketing insofern, dass der Bekanntheitsgrad des Unternehmens oder aber vorrangig eines Produktes gesteigert wird. Ebenfalls die Anzahl der „Visits“, der Besuche, der Merchants eigenen Homepage sich vermehrt und somit auch die Chance auf Absatz. Weiter wird aber auch ein Bedürfnis im Zusammenhang mit dem Angebot des Affiliate geweckt. Leider ist aber auch zu beachten, dass nicht zu beeinflussen ist, ob die User tatsächlich potentielle Kunden bilden und somit auf die Zielgruppe zutreffen. Jedoch ist wiederum bestimmbar wie viele und wer im Einzelnen die Seite des Merchants besucht hat.

 

Ein gutes Beispiel an dieser Stelle ist die Kooperation einer Fluggesellschaft mit einem Gepäckstückshop. Die Fluggesellschaft bildet in diesem Beispiel den Affiliate und schaltet auf der Homepage, nach Buchung einer Reise, das Werbemittel des Gepäckstückshops, des Merchants. Hier wird also ein neues Bedürfnis geweckt und beabsichtigt den User dazu zu verleiten ein neues Gepäckstück für die Reise zu erwerben.

 

 

3. Wie regelt sich die Haftung im Affiliate – Marketing?

 

Es stellt sich nun die Frage, wie die Haftung ausfällt, sobald der Merchant mit seinem Werbemittel auf der Homepage des Affiliates gegen das Gesetz verstößt. In diesem Fall greift das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb mit § 8 Beseitigung und Unterlassung

 

(2) Werden die Zuwiderhandlungen in einem Unternehmen von einem Mitarbeiter oder Beauftragten begangen, so sind der Unterlassungsanspruch und der Beseitigungsanspruch auch gegen den Inhaber des Unternehmens begründet[1]

 

ein. Der Affiliate handelt im Auftrag, somit kann die Rechtsverletzung auch gegen den Merchant geltend gemacht werden.

Ein tatsächlich abgehandelter Gerichtsprozess in Hamburg 2005 zeigt jedoch, wenn der Link des Merchants nicht nur auf Homepage A des Affiliate, sondern auch B verlinkt ist und begeht hier Rechtsverletzung, so kann dies im Einzelfall nicht gegen den Merchant geltend gemacht werden, da

 

"Im Falle der Verlinkung ist es einem Domaininhaber grundsätzlich unzumutbar zu überprüfen, ob der Betreiber einer anderen Internetseite, der eigenmächtig einen Link zu dem Domaininhaber herstellt, Schutzrechte Dritter verletzt"[2].

 

Da dies einen der wenigen Einzelfälle bildet, kann durch den bereits erwähnten Link die Rechtsverletzung auch gegen den Merchant geltend gemacht werden. Dabei bleiben die Größe eines Werbenetzwerkes, eventuelle Kontrollmöglichkeiten bezüglich der Affiliates, AGBs und andere Vereinbarungen und Regelungen völlig unbeachtet[3].

 

Weitere Gesetze wie das Markengesetz mit § 14Ausschließliches Recht des Inhabers einer Marke, Unterlassungsanspruch, Schadensersatzanspruch

 

(7) Wird die Verletzungshandlung in einem geschäftlichen Betrieb von einem Angestellten oder Beauftragten begangen, so kann der Unterlassungsanspruch und, soweit der Angestellte oder Beauftragte vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat, der Schadensersatzanspruch auch gegen den Inhaber des Betriebs geltend gemacht werden.[4]

 

und § 15 Ausschließliches Recht des Inhabers einer geschäftlichen Bezeichnung, Unterlassungsanspruch, Schadensersatzanspruch Abs. 6, welcher besagt, dass § 14, Abs. 7 anzuwenden ist, sowie im Urheberrechtsgesetz § 100 Entschädigung

 

Handelt der Verletze weder vorsätzlich noch fahrlässig, kann er zur Abwendung der Ansprüche nach den §§ 97 und 98 den Verletzten in Geld entschädigen, wenn ihm durch die Erfüllung der Ansprüche ein unverhältnismäßig großer Schaden entstehen würde und dem Verletzten die Abfindung in Geld zuzumuten ist. Als Entschädigung ist der Betrag zu zahlen, der im Fall einer vertraglichen Einräumung des Rechts als Vergütung angemessen wäre. Mit der Zahlung der Entschädigung gilt die Einwilligung des Verletzten zur Verwertung im üblichen Umfang als erteilt.

 

unterstützen diese Aussage.

 

4. Quellen

 

 

 

 


[1] Vgl. http://dejure.org/gesetze/UWG/8.html, zugegriffen am 26.05.2010

[3] Vgl. Eb.

[4]  Vgl. http://dejure.org/gesetze/MarkenG/14.html , zugegriffen am 26.05.2010

 

Autor: Fanny Odermatt