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Visual Merchandising  (engl.) - Optischer Verkauf (de.)

 

Was bedeutet Visual Merchandising? 

Visual Merchandising ist ein Instrument der Marketing-Kommunikation und bedeutet optische Verkaufsförderung. Es umfasst die visuelle Warenpräsentation am Point-of-Sale (POS) zur komplementären Unterstützung des direkten Verkaufs durch das Verkaufspersonal. Ein einheitliches Gestaltungskonzept soll dabei dem Kunden ein planmäßiges, positives Markenimage vermitteln, ihn über das Sortiment informieren und dadurch letztendlich den Absatz fördern.

 

 

Welche Ziele verfolgt das Visual Merchandising? 

Das hauptsächliche Ziel des Visual Merchandisings ist es, das Warenangebot als kompakte Einheit darzustellen, die zum Kaufen einlädt. Durch eine gezielte Abstimmung von Verkaufsumgebung, Warenpräsentation und Marketing auf die Unternehmensphilosophie soll diese optimal in der Gestaltung des Geschäftes umgesetzt werden.

Im Wesentlichen lässt sich das Visual Merchandising in drei Teilziele unterteilen:

 

 1. Konstante Absatzsteigerung

Durch einen kurzfristigen Stimulus soll der Kunde zur sofortigen Umsetzung der Kaufabsicht veranlasst werden. Dies geschieht durch die zielgerichtete Darstellung und Kombination des Warenangebots, wodurch ein bestimmtes Stimmungsbild kreiert wird. Die Kontaktzahlen zwischen Kunden und Waren werden somit gesteigert und der Kunde wird zum Verweilen eingeladen, wodurch sich seine Kaufbereitschaft erhöht. Durch das Visual Merchandising werden zusätzlich neue Bedarfswünsche geweckt und Impuls- und Zusatzkäufe angeregt.

 

 2. Langfristige Imagebildung

Visual Merchandising verhilft einem Unternehmen zu einem unverwechselbaren und individuellen Marktauftritt. Durch die Übertragung eines speziellen Markenimages auf die Verkaufsfläche schafft es langfristige Markenbindung. Mittels einer erlebnisbetonten Einkaufsatmosphäre werden Kunden tiefgehender und nachhaltiger angesprochen, sodass eine Stammkundenbindung leichter wird und Kunden von der Konkurrenz weggelenkt werden. Die klare Abgrenzung zu anderen Marken spielt eine weitere wichtige Rolle.

 

 3. Einfacher Self-Serice

Ein weiteres Ziel des Visual Merchandisings ist es, die Ware so verkaufsattraktiv zu arrangieren, dass ohne ein Verkaufsgespräch ein Kaufimpuls ausgelöst wird. Die Ware wird dabei so platziert, dass der Kunde sich leicht orientieren kann und dadurch seine Warenauswahl erleichtert wird. Durch einen strukturierten Aufbau der Waren wird der Self-Service, bzw. die Selbstbedienung erleichtert. Das ist insbesondere für die Betriebsformen wichtig, die auf Vorwahl und Selbstbedienung ausgerichtet sind. Demzufolge stellt das Merchandising ein Mittel dar, um den Personaleinsatz zu limitieren. Das bewirkt, dass bei geringerem Personaleinsatz eine höhere Flächenproduktivität erzeugt wird.

 

Auf Grund dieser Ziele spielt das Visual Merchandising für Einzelhandelsunternehmen eine wichtige Rolle und stellt innerhalb des Marketings ein wichtiges Mittel der nonverbalen Kommunikation mit dem Kunden dar.

   

                                                                                            

 Welche Gestaltungselemente gibt es?  

Die Gestaltung von attraktiven Warenbildern zielt auf die emotionale Ebene des Kunden ab. Deshalb ist es beim Visual Merchandising wichtig, alle Verkaufselemente am POS aufeinender abzustimmen.

Fassade, Schaufenster und Eingangsbereich sind die „Visitenkarte“ eines Geschäfts und sollen dem potentiellen Kunden einen ersten positiven Eindruck vermitteln.

Im Geschäft selber sollen Mobiliar, Fußbodenbeläge und die verwendeten Materialien miteinender harmonieren, sodass der Kunde ein ansprechendes Ambiente vorfindet. Die geschickte Kombination dieser Elemente steigert die Wohlfühl-Atmosphäre in hohem Maße und sorgt dadurch für ein positives Einkaufserlebnis. So vermitteln Marmorböden und teure Hölzer eine hohe Qualitäts- und Preiswürdigkeit, bunte Farben und ausgefallene Muster ein trendiges Lifestyle Ambiente.

Dekorationselemente im Schaufenster und auf der Ladenfläche sorgen für eine gemütliche Atmosphäre, die dem gewünschten Stimmungsbild angepasst wird und je nach Saison, Jahreszeit oder Anlass gewechselt werden kann. Durch gezielte Beleuchtung können bestimmte Produkte fokussiert und die Aufmerksamkeit des Kunden gelenkt werden. Mit der dezenten Einspielung passender Musik werden Emotionen geweckt und der Wohlfühlcharakter erhöht.

Die themenbezogene Aufteilung der Warenfläche ist ein weiteres Instrument der Bildkommunikation und eine adäquate Methode um ansprechende Warenwelten zu kreieren. Auch die Konzentration der Waren nach bestimmten Merkmalen wie Farbe, Modell, Größe etc. erzeugt beim Kunden visuelle Stimuli, die zu Zusatzkäufen anregen.

Weitere wichtige Gestaltungsmöglichkeiten sind die Ladenraumaufteilung und Möbelanordnung in einem Geschäft. Durch deren gezielte Anordnung kann der Kunde unbewusst durch den Laden gelenkt und an speziellen Produktgruppen vorbeigeführt werden. Demzufolge erhöht sich sowohl die Verweildauer des Kunden als auch die Anzahl der Warenkontakte was letztendlich zu gesteigerten Verkaufszahlen führt. Unterstützt wird dies durch den Einsatz von Displaymaterialien, die den Kunden ohne Hilfe des Verkaufspersonals über ein Produkt informieren sollen.

 

Eingangsbereich, gestaltet nach den Kriterien des Visual Merchandisings

                   Abildung 1: visuell gestaltete Verkaufsfläche

 

Was hat Visual Merchandising mir E-Commerce zu tun? 

Bezogen auf den E-Commerce lässt sich Visual Merchandising wie folgt interpretieren:

Homepages sind in hohem Maße von visuellen Reizen bestimmt. Die Farbgebung des Layouts, die Anordnung der verschiedenen Elemente, Bilder und Animationen stellen wichtige Mittel der visuellen Kommunikation dar. Die Informationsaufnahme wird im Wesentlichen durch die grafische Gestaltung der Homepage beeinflusst. Dabei sollte das Webdesign zum Image einer Seite passen um die Glaubwürdigkeit und somit die Bindung an die Seite zu erhöhen. Deswegen ist es wichtig, möglichst viele visuelle Anreize zu schaffen, die mit dem Inhalt der Seite harmonieren.

 

 

 Quellen: