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 AOL

Ein Internetpionier zwischen Größenwahn und Konkurs 
AOL

Geschichte

Gegründet wurde AOL, das damals noch unter dem Namen "Control Video Cooperation" firmierte, 1983 in Vienna (Virginia/USA).

CVC verkaufte damals via Modem Spiele für den Atari 2600.

Der Gründer Steve Case baute das Unternehmen mit dem Ziel um, das Unternehmen in den folgenden Jahren ins Internet zu bringen. Daher wurde die Firma 1989 in "America Online" umbenannt.

Die Strategie zu Beginn des Internetzeitalters, Kunden unkompliziert und schnell ins Internet zu bringen, war ein voller Erfolg.

Dabei bot AOL eine benutzerfreundliche Software, die Kunden mit Onlinediensten von AOL, sowie einer vorsortierten Version des Internets verband.


Zwischen 1994 und 2000 schossen die Anzahl der Kunden von 1 auf 30 Millionen weltweit, wodurch AOL der größte Internet-Anbieter der Welt wurde.

Auch der Börsenwert explodierte bis 1999 um 6000%, damit war AOL zeitweise 164 Milliarden $ wert.

Im Jahr 2000 übernahm AOL für 106 Milliarden $ den im Mediengeschäft tätigen Riesen Time Warner (CNN,Time,Warner Brothers). 

Nachdem die Internetblase geplatzt war und die Verschmelzung des Konzerns miteinander sich als sehr schwierig herausstellte, meldete AOL Time Warner 2002 einen Verlust von 100 Milliarden $, für den vor allem Firmenwertabschreibungen bei AOL verantworlich waren.

Infolge des Werteverlusts verschoben sich die Machtverhältnisse im Konzern zugunsten der traditionellen Mediengeschäfte, sodass 2003 der Name AOL Time Warner wieder in Time Warner umbenannt und AOL als Tochter degradiert wurde.

Das Geschäftsmodel des gebührenfinanzierten Internet-Anbieters verlor stark an Nachfrage, da immer mehr Kunden zu schnelleren und billigeren Internetverbindungen der Konkurrenz griffen. Die Kunden waren auch nicht mehr bereit, für simple Bedienung sowie der Extradienste mehr zu bezahlen.

Nachdem im Jahr 2006 die Kundenanzahl auf 13 Millionen geschrumpft war, leitete Time Warner einen Strategiewechsel hin zum werbefinanzierten Webunternehmen ein.

Werbeausgaben im Vergleich zu anderen Medien

Die weltweiten Werbeausgaben verdoppelten sich inerhalb von nur 4 Jahren von 18,7 Milliarden $ im Jahr 2005 auf 42,7 Milliarden $ im Jahr 2009.

Um auf dem neuen Feld erfolgreich zu sein, braucht man eine große Reichweite und viele Klicks. Um dies zu erreichen, bietet AOL seitdem viele seiner Webangebote und Dienste kostenlos jedem Internet-Nuzter an. Getreu dem Motto: mehr Nutzer, mehr Werbung, mehr Umsatz.

das Neue AOL

 Die hier abgebildete Grafik zeigt, dass AOL in den USA mit seiner neuen Strategie einigermaßen erfolgreich ist,  jedoch große Mitbewerber wie Google und Yahoo hat. Um möglichst viele User zu erreichen hat AOL mehr als 80 zum Teil populäre Web-Seiten für Nachrichten (Fan house, Daily Finance, Politics daily) und Unterhaltung (Game.com, Moviefons, Black voices, AOL Latinos, Popeater) sowie diverse Online Dienste wie z.B. die Chatprogramme AIM, Bebo, ICQ (89 Millionen Nutzer weltweit), ein Download Center mit Produkten wie Winamp (Mediaplayer) ein Email Service sowie eine Toolbar und Anti Viren Programme wie Mc Afee Security Service. Das Werbenetzwerk von AOL Advertising.com schaltet auf über 1000 Webseiten Werbung und hat mit einer Reichweite von 180 Millionen Internutzern mehr User als Googles und Yahoo.

 
2008 erzielte AOL einen Umsatz von 4,2 Milliarden $ bei einem Umsatzrückgang von 20% im Vergleich zum Vojahr (durch das schwindende Geschäft mit Internetzugängen)
 
Um die Restrukturierung zu finanzieren verkauft AOL Teile seines  Zugangsgeschäftes (z.B. in Deutschland an Hansenet oder in England an Carphone Warehouse), stellte Mitarbeiter  frei (ehemals 18 000 heute 6 000)  und ging Ende 2009 an die Börse.(Trennung von Time Warner)
 
Obwohl die Aktien quasi verschenkt wurden sank der Kurs von 23,67 $/Aktie auf zuletzt 20,67 $/Aktie.
 
Quellen
 
Internetlexikon: AOL, in:http://www.at-mix.de/aol.htm, zugegriffen am 20.05.2010

Focus.de: AOL-Flucht nach vorn, in:http://www.focus.de/finanzen/boerse/aol-flucht-nach-vorn_aid_466619.html, zugegriffen am 20.05.2010

FAZ.net
: Neuer Vorstandschef-„AOL soll wie Disney werden“, in:http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~E71FC3569BB694D258BC9D323D94B27F8~ATpl~Ecommon~Scontent.html, zugegriffen am 20.05.2010

FAZ.net
:Ende einer gescheiterten Fusion-Time Warner spaltet AOL ab, in:http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E28321066051B44A98725B28B2E3B63DC~ATpl~Ecommon~Scontent.html, zugegriffen am 20.05.2010

manager-magazin.de
: AOL-Börsenstart misslungen, in:http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,666426,00.html, zugegriffen am 20.05.2010


manager-magazin.de: AOL-Dienst-Das Ende einer Ära, in:http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,512379,00.html, zugegriffen am 20.05.2010


Spiegel-online.de:Monopoly der Netz-Giganten, in:http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-48262910.html, zugegriffen am 20.05.2010

 
 
 
 
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