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Bedeutung

E-Learning ist die moderne Form des Lernens - selbstgesteuert, an jedem Ort, zu jeder Zeit – wie bloßes herkömmliches Lernen auch. Die Lerninhalte werden aber über das Internet oder per Datenträger zur Verfügung gestellt. Chats, Foren und Tutoren begleiten bei Bedarf.

Prägend ist also das Lernen mittels digitaler Technologie und das Zugreifen auf digitale Inhalte.

 

Definition

E-Learning (engl/amerik.: electronic learning) bedeutet wörtlich: elektronisches Lernen, besser formuliert: elektronisch unterstütztes Lernen, denn der Lernende ist (bisher noch) ein Mensch. Es gibt bis heute noch keine allgemeingültige umfassende Definition des Begriffs, der wie die technologische Entwicklung im Fluss ist. Einige Synonyme: Online-Lernen, multimediales Lernen, computergestütztes Lernen, oder engl/amerik. Computer-based Training, Open and Distance-Learning.

 

Entwicklung

Um die Jahrtausendwende galt E-Learning als die Bildungsform des 21. Jahrhunderts, der Begriff hatte sich seit Mitte der 1990er Jahre eingebürgert und erlebte ein regelrechtes Hype. Diese Entwicklung entspricht anderen Aufbruchsformen und -entwicklungen, wie die sog. “beleglose Verwaltung”, Multimedia oder bildungsministerielle Initiativen (z.B. “Neue Medien in der Bildung”). Essentiell hat das mit der Verbreitung des Internets und steigenden Bandbreiten bei der Übertragungstechnik zu tun.

Medien sind allerdings nur anteilig für den Lernerfolg verantwortlich, deshalb kann beim E-Learning nicht von vornherein von effizienterem Lernen gesprochen werden.

Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass E-Learning keine Revolution im Bildungssystem ist, sondern eine sinnvolle Unterstützung im Lernprozess darstellt, da es das Lernen durch die Kombination verschiedener medialer Vermittlungsformen („hybride Lernarrangements“) optimiert.  

 

Erscheinungsformen im Lern- und Lehrprozess

  •  E-Learning / Selbstlernen

Art, Umfang/Inhalt und Ort sind selbstbestimmt. Erforderlich: Selbstlern- und Medienkompetenz.

Allein lernen: es findet keine soziale Interaktion statt.

Keine Vermittlung praktischer Fähigkeiten (Pilot wird man nicht durch E-Learning allein).

 

  •  E-Learning / mit Betreuung

Betreuung durch e-Moderation, e-Facilitation und Fachtutoren, d.h. Betreuung und Leitung durch Experten.

Keine Vermittlung praktischer Fähigkeiten.


  • E-Learning / Präsenzveranstaltung

Es besteht ein Curriculum und es gibt sozialen Kontakt.

Die tatsächlichen Interessen der Teilnehmer werden mit den Lerninhalten durch Dritte verbunden.

Das bedeutet ganzheitliche Kommunikation: didaktische Kompetenz wird mit effizientem E-Learning verknüpft.

Unentbehrlich bei der Vermittlung praktischer Fähigkeiten (z.B. Umgang, Bedienung).

- Eine Abart stellt das sog “Webinar” dar. Ein Webinar ist eine Präsenzveranstaltung, z.B. ein Seminar, das über das Internet abgehalten wird (zusammengesetzt aus  „Web“ von World Wide Web und „Seminar“). Es ist technisch gesehen interaktiv ausgestaltet, was eine Kommunikation zwischen Lehrendem und Lernendem ermöglicht. Im Gegensatz zum „Webcast“ ist es auch nicht „on demand“, sondern es besteht ein Programm und wie bei einer Veranstaltung gibt es eine festgelegte Zeit. Typische Einsatzgebiete des Webinars, noch deutlicher als für das E-Learning, sind Vertrieb,

Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Kommerzielle Produkteinführungen oder -erklärungen, Onlineanalystengespräche und Online-Pressekonferenzen dominieren beim Instrument Webinar.

- Eine Sonderform stellt das “Blended Learning” dar.

 

Bei den drei Erscheinungsformen hat sich besonders in der Unternehmenspraxis das “Blended Learning” herausgebildet. Blended Learning besteht aus der Kombination von Präsenzveranstaltung und effektivem E-Learning.

Blended Learning bedeutet wörtlich "gemischtes Lernen". Es handelt sich dabei um eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von Präsenzlernen und elektronischen Lehr-/Lernkonzepten wie z.B. Computer Based Training (CBT) oder E-Learning im Rahmen einer organisierten und durchgängig betreuten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahme.

(siehe: http://www.blended-learning-network.eu/network/de/blended_learning_definition.php)

 

Die Kriterien:

  • es besteht ein umfassendes, integriertes Curriculum, z.B. mit Lernmodulen.
  • didaktische Kompetenz erlaubt Lernkontrolle und Lernspaß (Erfolg).
  • der Einsatz von Medium und Präsentationsform erfolgt je nach Bedarf.
  • es  findet eine Berücksichtigung des individuellen Lerntempos statt.

 Blended learning

 

Zusammenhängendes Themengebiet: Wissensmanagement

Für Unternehmen wird zunehmend Wissen, und damit auch Wissensmanagement zum Erfolgsfaktor Nummer 1. Noch ist aber in der Praxis Wissensmanagement zumeist nur in Form von reinem Informationsmanagement implementiert. Effizientes Wissensmanagement ist aber wichtig, weil die Märkte zunehmend komplizierter und schnelllebiger werden, die Zeit des Wissenserwerbs immer knapper wird, und beispielsweise mit dem Ausscheiden eines Mitarbeiters der Verlust von internem Wissen droht. Zudem: durch die Globalisierung wächst die Komplexität auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Arbeits- und Lernprozesse müssen optimal ineinander greifen.

 

Relevanz für Unternehmen

Die Entwicklung des E-Learnings hat auch ökonomische Aspekte. Trainer sind teuer. Internet-Bandbreiten erhöhen sich. Folglich geht der Trend in Unternehmen weg vom cognitiven Vermitteln, hin zum

Verhaltenstraining, zum Beispiel der Simulation von Prozesssträngen. Das ist ohne Einsatz digitaler Technik ohnehin nicht möglich.

Die Lernenden können beim E-Learning räumlich und zeitlich unabhängig sein (oben, Punkte 1 und 2). Die Vermittlung von Lernstoffen bei einer Flexibilität hinsichtlich Ort und Zeit dürfte gerade wegen des „life-long learning“, was meistens berufsbegleitendes Lernen bedeutet, besonders wichtig werden.

Wurde E-Learning früher nur als effizienteres Lernmanagement angesehen, besteht in den Unternehmen neben der Entwicklung von Dokumentenmanagement eine andere wesentliche Entwicklung: hin zum Wissensmanagement, in das E-Learning in seinen verschiedenen Erscheinungsformen eingebunden ist.

Für Unternehmen sind hierbei durch die Globalisierung auch zunehmend interkulturelle Aspekte zu beachten, zum Beispiel, wenn ein Unternehmen E-Learning-Produkte an Kunden aus aller Welt vertreibt oder sie für sich selbst im globalen Unternehmenseinsatz entwickelt. Die Auswirkungen werden zur Zeit wissenschaftlich erforscht. Ausblick: Es wird die Frage zu klären sein, ob es möglich ist, web-basierte Trainingsmodule für eine kulturell heterogene Nutzergruppe zu entwickeln, die den gleichen beruflichen Kontext teilt, ohne nutzerspezifische Anpassungen (customisation) oder lokale Varianten (localisation) notwendig zu machen.

(siehe: http://www.donau-uni.ac.at)

 

 Quellen:

  • Glanninger, Peter: Systemisches E-Learning. Ein theoretisches Modell für die Gestaltung offener Wissenssysteme, Frankfurt/Main 2010.
  • Hohenstein, Andreas; Wilbers, Karl (Hersg.): Handbuch E-Learning, Expertenwissen aus Wissenschaft und Praxis, Deutscher Wirtschaftsdienst, Köln 2009
  • Rey, Günter Daniel: E-Learning, Theorien, Gestaltungsempfehlungen und Forschung, Bern 2009.
  • Wiepcke, Claudia: Computergestützte Lernkonzepte und deren Evaluation in der Weiterbildung. Blended Learning zur Förderung von Gender Mainstreaming, Hamburg 2006,

 

Links:

 

Hinweis:

Vom 12. bis 14. Oktober 2010 wird mit dem neuen europäischen Fach-Kongress “Professional Learning Europe (PLE) die Themenvielfalt von E-Learning, Wissensmanagement und Personalentwicklung abgebildet. Info: www.professional-learning.de